Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Veber die zweckmäsggigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken. 107 
These 5. Die Aufstellung eines allgemein verbindlichen Kanons 
iSt nicht wünschenswerth. 
Während der Vorgitzende die Aufstellung eines Kanons für un- 
möglich hält, Sieht Geh. Reg.-R. Sommerbrodt einen Solchen, wenn der- 
Selbe auch nicht verbindlich sein dürfe, doch für gehr wünschenswerth an, 
und macht begsgonders auf den Ellendt'Schen aufmerksam. Menge erklärt, 
mit Abgicht die Thegse in dieser Form gestellt zu haben, weil in dem Gut- 
achten wiederholt der Wunsch ausgesprochen gsei, die Behörde möge die Auf- 
Stellung eines Solchen für alle verbindlichen Kanons veranlassen, wozu Rhode 
bemerkt, dass in diegem Falle eine Prüfung der Bücher nach These 3 
durch das Lebrercollegium überflüssig erscheine. Meyer erkennt die 
Zweckmägsgigkeit eines Kanons zwar an, hält aber die Aufstellung eines 
neuen für überflügsig, da der Ellendt'sche bereits vorliege. Reisacker will 
die These abweisen, weil gich kein allgemein verbindlicher Kanon aufstellen 
lasse, Beigert weil gie eine negative Fassung habe. Sondhaus meint, 
es könne vielleicht passend vor gewissen Büchern gewarnt werden, was dem 
Geh. Reg.-R. Dillenburger unthunlich ergcheint. 
Nachdem der Beisert'sche Antrag, die These zu streichen, verworfen 
worden, wird auch die vom Geh. Reg.-R. Sommerbrodt vorgeschlagene 
Fassung: 
„Die Aufstellung eines Kanon der anzuschaffenden Bücher ist 
wüngchenswerth“, 
abgelehnt. (Dafür 19 Stimmen.) 
Ebenso wird die von Menge vorgeschlagene Fassung der These 
nicht angenommen. (Dafür 16 Stimmen.) 
These 7. Die Schülerbibliotheken müssgen durch Etatsmittel der 
Patronatsbehörde erhalten werden. Beiträge s8ind von 
den Schülern nicht zu erheben. 
Der Vorgitzende 8owie Kitner erklären gich gegen den Ausdruck 
„müssen“, da man städtische Patrone doch nicht würde zwingen können, - 
wozu Menge bemerkt, dass dies zwar richtig sei, dass indessen hier nur 
leitende Grundsätze ausgesprochen werden Sollten, auch wenn deren Durch- 
führung nicht in nächster Aussicht stände. 
Geh. Reg.-R. Sommerbrodt verliest Sodann auf Veranlassung des 
Vorgitzenden ein Verzeichniss der an den einzelnen Anstalten für die Schüler- 
bibliotheken verwendbaren Fonds. 
Hierauf wird die Debatte fortgesetztt. Heine billigt die von 
Menge aufgestellte These, Sofern dadurch nur ausgedrückt werde, es sei 
wünschenswerth, dass die Bibliothek durch die Patronatsbehörde erhalten
	        

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