Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

108 “ „Erste Sitzung. 
würde. Da aber die factischen Verhältnisse etwas anders lägen, 80 mügse 
es vorläufig bei freiwilligen Beiträgen gein Bewenden baben. Die Schüler- 
bibliotheken geien für die Anstalten 80 wichtig, dass man gie nicht eingehen 
lasgen dürfe, wenn auch die Magistrate besondere Fonds dafür verweigerten. 
Vebrigens geien Schüler und Kltern zur Zahlung der geringen Beiträge gern 
bereit, auch interessirten Sich die Schüler mehr für die Bibliotheken, wenn 
Sie durch ihre eigenen Beiträge erhalten würden. Geb. Reg.-R. Sommer- 
brodt bemerkt, wenn die Benutzung der Bibliotheken ein integrirender 
Theil der erziehenden und unterrichtenden Thätigkeit sei, wie These 1 be- 
Sage, 80 8Sei die Patronatsbehörde verpflichtet, die erforderlichen Mittel zu 
bewilligen, nur wüngsche er den Ausdruck „müssen“ begeitigt, und schlage 
die Fassung vor: 
„Die Schülerbibliothbeken Sind durch die Patronate zu erhalten.“ 
Hasper erklärt Sich damit einverstanden. Er meint, die Verpflich- 
tung zur Unterhaltung derselben sei nicht sowohl ein necesse est, Sondern 
ein debet, es Solle ein moralischer Zwang ausgeübt werden. Wenn aber 
dennoch eine Beisteuer von den Schülern nothwendig gei, dann dürfe gie 
jedenfalls nicht für Jedes einzelne Buch erhoben werden. Wie schon vor- 
her Geh. Reg.-R. Dillenburger 80 meint auch Hoppe, dass die Magistrate 
nicht zur Aussgetzung einer Ktatsposition für die Schülerbibliothbek gezwungen 
werden könnten, höchstens wäre dies möglich bei neuzugründenden An- 
Stalten. Reigacker wüngcht auf alle Fälle, dass die Schüler nicht zu einem 
Beitrage verpflichtet werden. 
Es liegen am Schluss der Debatte folgende acht Anträge vor: 
1. Sommerbrodt: Die Schülerbibliotheken Sind durch etatsmägsige 
"Mittel der Patronatsbehörde zu unterhalten; Beiträge 
dürfen von Schülern nicht erhoben werden. 
2. Fritsche: Es ist wünschenswerth, dass die Schülerbibliotheken 
durch etatsmässige Mittel unterhalten und Beiträge von 
Schülern nicht erboben werden. 
3. Beigert: Die Mittel zur Beschaffung von Schülerbibliotheken 
SInd nicht von Schülern aufzubringen. 
4. Friede: Es erscheint als eine Pflicht der Patronatsbehörde, 
die Schülerbibliotheken durch etatsmässige Mittel zu 
unterhalten. 
5. Brock: Die Schülerbibliotheken Sind durch etatsmässige Mit- 
tel zu unterhalten; wo dies geschieht, Sind von Schülern 
keine Beiträge zu erheben. 
6. Rögner: Die Unterhaltung und Ergänzung der Schülerbiblio- 
thek ist Pflicht der Patronats behörde,
	        

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