Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Veber die zweckmägsigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken. 109 
7. Hoppe: Beiträge von Schülern zur Schülerbibliothek gind in 
der Regel nicht zu erheben. | 
8. KLitner: Die Unterhaltung der Schülerbibliotheken geschieht 
durch freiwillige Beiträge von Seiten der Schüler, so- 
fern nicht besondere Mittel im Etat dafür festgegsetzt gind. 
Der Antrag Sommerbrodt wird mit grosser Majorität angenommen. 
These 8. Die Schülerbibliothek ist von der Lehrerbibliothek 
zu trennen, 
wird einstimmig angenommen. 
These 9. Für jede Klasse ist eine besondere, unter der Ver- 
waltung des Ordinarius resp. des Lehrers des Deut- 
Schen Stehende, Bibliothek einzurichten. 
Nieberding erklärt unter Berufung auf geine langjährige Erfahrung, 
es Sei unpraktisch, für Jede Klasse eine besondere Bibliothek anzulegen; es 
könnten höchstens drei Stufen gebildet werden ; ein Punkt gei in. den 
Referaten überhaupt nicht erwähnt worden, nämlich wie viel solche Biblio- 
theken Schaden könnten ; Sie entzündeten die Lesewuth junger Schüler, ver- 
anlassten einzelne derselben, Sich eigene Bibliotheken anzulegen, und die 
Bilder in den Büchern der Schule in unsauberer Weise zu verunstalten. 
Fickert beruft Sich auch auf geine Erfahrung, hat aber gerade das Gegen- 
theil gefunden wie Nieberding. Er halte es für am geeignetsten, dass in 
jeder Klasse der Ordinarius die Bibliothek übernehme: in Prima könne die 
Verwaltung dem Lehrer des Deutschen übertragen werden, wenn der 
Director diesen Unterricht nicht habe. Die Bücher mügssten zur Verhütung 
von Verunstaltungen bei der Rücklieferung jedesmal genau durchgegehen 
werden. Dieger Ansicht stimmt Friede bei mit dem Bemerken, dass man 
in der Verwaltung der Bibliothek der Gewissenhaftigkeit der Lehrer getrogt 
vertrauen könne. Hasper ist mit Fickert einverstanden, entscheidet zich 
aber für eine Eintheilung der Bibliotheken in 3 oder 4 Abtheilungen, dem 
Sich später auch Steinvorth angchliesst, indem er namentlich an kleinere 
Anstalten denkt. Gegen den Antrag von Meyer: 
für jede Klasse ist „wo möglich“ eine besondere Bibliothek ein- 
zurichten, 
bemerkt Menge, wie sSchon oben, dass bier nur angegeben werden Solle, 
was wünschenswerth sei. Güthling und Reigacker gind für Klasgen- 
bibliotheken. Geb. Reg.-R. Sommerbrodt wüngcht These 9 mit 10 und 11 
zu verbinden, und etwa 8o zu fassen: „für jede Klasse ist eine begondere 
Bibliothek anzulegen, die Verwaltung liegt in der Regel dem Ordinarius 
ob, welcher die Schüler theils zur Benutzung anzuhalten, theils in derselben
	        

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