Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

114 "Zweite Sitzung. 
wiggenschaftlichen Anforderungen herzustellen und 
auch auf die Didaktik in einzelnen Fällen einzuwirken, 
damit ein gleichmässiges Fortschreiten aller Schüler 
in allen Fächern möglichst erreicht werde. Lr zu- 
nächst ist für den gittlichen Geist der Klasse verant- 
wortlich, auch hat er den wissenschaftlichen Fort- 
Schritt des Einzelnen in allen Fächern zu über- 
wachen. 
Fickert behauptet, dass der Referent die dem Director zustehenden 
Rechte in die Hände des Ordinarius gelegt wissen wolle und dadurch eine 
unerträgliche Vielherrschaft schaffe. 
Krüger will die erste Thesis getbeilt und nur den ersten Theil der- 
gelben, der die Einwirkung auf die Didaktik und Disciplin zum Gegenstande 
hat, zur Debatte gestellt wissen. 
Friede hat vermuthet, dass der Referent von der bestehenden 
Instruction für Klasgenordinarien ausgehend die in Rede stehende Frage be- 
bandeln würde. 
Stein vermisst in dem Referat die Unterscheidung zwischen Rechten 
und Pflichten des Ordinariats. 
Beigert erkennt in dem Ordinarius eine Zwischenbehörde zwischen 
der Klasse und dem Publikum und Director, aber nicht zwischen dem 
Director und den anderen Lehrern der Klasse. Gegen. ein derartiges Ver- 
hältniss Spreche schon der Umstand, dass der Ordinarius häufig nicht die 
didaktieche und pädagogische Erfahrung wie die von ibm zu beaufsichti- 
genden Klassenlehrer aufzuweisen babe. 
Volkmann neigt zu der Anzicht des Referenten, wenn sich eine 
digerete Form finden lasse, unter welcher die nach Ansicht des Referenten 
dem Ordinarius zuzuweisenden Rechte demselben zuertheilt werden können. 
Müller (Kattowitz) will nur die zweifelhaften Punkte aus den vom 
Referenten aufgestellten Thesen herausgegriffen wissen. 
Hoppe bält es praktisch für unzuträglich, die Klassgenlehrer vom 
Ordinarius in ihrer didaktischen Thätigkeit beaufsichtigen zu lassen. 
Fickert meint, dass zur Vermeidung von Misghelligkeiten dieses Recht 
dem Director allein zustehbe. 
Güthling erkennt in dem Ordinarius nur den Delegirten des 
Directors und bittet die These des Referenten zu verwerfen. 
Reisacker bringt eine dabin abgeänderte Thesis ein, dass der 
Ordinarius wegentlich nur eine den Director zu unterstützende Wirkgsamkeit 
auszuüben habe.
	        

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