Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Zweckmäsgigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken. 7 
aufgenommen werde, das nicht von einem Lehrer aufmerksam und ganz 
durchgelegen worden ist (Breslau Magd. G. und R. a. Z., Brieg Cont., Glatz, 
das den Namen des betreffenden Lehrers in den Catalog eingetragen wisgen 
will, Lauban; andere verlangen nur „Durchsicht“), eine Forderung, an der 
um 80 strenger festzuhalten ist, als es Sich darum handelt, nicht nur die 
Unschädlichkeit, Sondern auch die positive Brauchbarkeit und Zweckmägsig- 
keit zu constatiren (Landeshut, Wohlau). 
Auszugchliesgende Werke, 
Ausgzugehliesgen gind nach der allgemeinen Angicht: 
1. Schriften, die in gittlicher, religiöger oder politischer Hingicht An- 
Stöggiges enthalten; aber auch golche, welche „absichtlich und übertrieben 
religiöge Tendenz und moralisches Raisonnement in den Vordergrund stellen“ 
(Liegnitz G.) und „durch absichtlich zur Schau gekehrte gittliche und religiöse 
Betrachtungen langweilig werden“ (Ratibor); insbegondere wird von Brieg 
Ref. u. a. gewarnt vor den Sogenannien moralischen und christlichen Er- 
zählungen; 
2. Schriften, in denen der confegsionelle Standpunkt eingeitig hervor- 
gehoben und über eine objectiv gehaltene Besprechung der Gegengätze hin- 
ausgegangen wird (Oppeln, Gr. Strehlitz), oder die gar „Ausfälle gegen eine 
Religionsgesellschaft und deren Gebräuche enthalten“ (Beuthen); 
3. ironische, Satirische, niedrig-Komische, („humoristisches“, das Breslau 
Fr. G., Gleiwitz, Striegau verwerfen, will Königsghütte nicht ausschliessen) 
polemische Schriften; 
4. Schriften, welche „die Phantasie übermägsig reizen und aufregen“ 
(Hirschberg) und dadurch „die geistige Sammlung und gleich gewogene Ge- 
müthsstimmung gefährden“ (Glogau k.), insbegondere Indianergeschichten 
(Beuthen, Breslau Magd. G.; von Breslau Joh. G. Corr. befürwortet, da es 
in ihnen „Züge von Kraft, Gewandtheit, Klugheit, Freundestreue* gebe, 
Seeromane (Beuthen, Breslau Elisab.) und die durch das Ausmalen des 
Schrecklichen und Hägglichen die Phantagie mit unreinen Bildern erfüllenden 
Ritter-, Räuber- und sonstigen Schauergeschichten und phantastischen Reise- 
beschreibungen“ (Gr. Strehlitz). Begonders verwerflich Sind diejenigen Dar- 
Stellungen, welche durch Verbreitung eines geheimnissvollen Nimbus und 
durch theilweises Verhüllen die Lüsternheit reizen. Dagegen ist, wie Breslau 
Joh. G. Ref. meint, „naive und objective Erwähnung des Sinnlichen nicht 
gehädlich. Wollte man auch das naiv Sinnliche ausschliessen, 80 dürfte 
Homer nicht mehr gelesen werden; aber selbst das durch die Form geadelte 
bewusste Sinnliche darf nicht unbedingt ausgeschlosgen werden, wenn nicht 
hochwichtige neuclasgische Litteraturerzeugnisse damit zugleich verbannt 
werden Sollen;“
	        

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