Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Die Pflichten und Rechte des Ordinariats. 117 
Thesis 3d. Beschwerden von Schülern über einen Lehrer hat der 
Ordinarius dem Princip nach an den Director zu ver- 
weisen. In vielen Fällen jedoch wird der Ordinarius 
dieselben durch gehörige Belehrung des Schülers rück- 
gängilg zu machen Suchen, in einzelnen auch wohl eine 
Vermittelung zwischen Lehrer und Schüler herbei- 
führen. 
Die These findet keinen Widerspruch. 
- Thesis 36. Den neu eintretenden Lehrern, insbesondere den 
Probecandidaten, hat der Ordinarius Mittheilung zu 
machen über alle bestehenden Anordnungen und Ein- 
richtungen, welche die Klasse betreffen; die Probe- 
candidaten finden Anleitung und Unterstützung bei 
dem Ordinarius in Betreff der Pädagogik und ganz 
besonders in der Disciplin. 
Hasper und Fickert bemerken, dass die Anweisung des Candi- 
daten von dem Director auszugehen habe. In Uebereinstimmung mit 
den Vorrednern befinden sich Rögsler und Hoppe, die mit Director. 
Menge inspbesondere auf die einschlägige Thätigkeit des Fachlehrers 
hinweigen. 
Stein deducirt aus der Bestimmung, dass der Ordinarius das Zeug- 
niss über das Probejahr des Candidaten zu unterschreiben habe, das Recht 
und die Pflicht des ersteren, die Unterrichtsstunden zu besuchen. 
Güthling weist darauf hin, dass es gich darum nicht handle, son- 
dern dass der Referent dem Ordinarius Rechte zuweisen wolle, die allein 
dem Director zustehen. Ihm gchliesst Sich Reisacker an. 
Der erste Punkt der Thegis 3e: 
„Den neueintretenden Lehrern, insbegondere den Probecandidaten, 
bat der Ordinarins Mittheilung zu machen über alle bestehenden 
| Anordnungen und Einrichtungen, welche die Klasse betreffen“ 
wird einstimmig angenommen. Der zweite Theil wird verworfen; da- 
gegen wird dergselbe mit Streichung des Wortes „Pädagogik“ -- Antrag 
von Beigsgert -- angenommen. 
Thesis 4. Dem Ordinarius steht die Anordnung aller je nach der 
Klassenstufe Sich modificirenden Massregeln zur Auf- 
rechterhaltung der Schulzucht und zur Förderung der 
Sittlichen und wisgenschaftlichen Zwecke der Schüler 
im Einklang mit den an der Anstalt herrschenden Be- 
Stimmungen zu.
	        

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