Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 191 
Abicht bemerkte hier, dass S. 38 Z. 17 v. u. und das Folgende 
dahin zu ändern Sei, dass der Curgsus als zweijähriger, die Abtheilungen als 
einjährige, nicht halbjährige bezeichnet würden. 
Der Referent fährt fort: Seine Anschauungen geien als idealistische 
bezeichnet worden. Es 8ei das ingofern wahr, als er von dem Lehrerstande 
eine günstigere Anschauung habe als manche Andere. Er befinde gich bier 
in Uebereinstimmung mit Schrader, Verfass. d. höheren Schulen, Berlin 1879, 
S 31. Wenn aber gegen die jungen Lehrer mannichfache Ausstellungen 
gemacht würden, 80 sei das bereits vor 40 Jahren ebenso geschehen, wie ein 
Ministerialrescript vom Jahre 1838 deutlich beweise, in dem von der Noth- 
wendigkeit gehandelt werde, der oberflächlichen Mittelmägsigkeit durch ge- 
Steigerte Anforderungen zu steuern. Doch habe ihn gicherlich geine ideale 
Anschauung nicht gehindert, in unmittelbarer Anknüpfung an das Bestehende 
auf praktischem Boden zu bleiben: neue Bahnen einzuschlagen, habe er nicht 
für nöthig erachtet. In dieser Beziehung weiche er ab von dem Correferenten. 
In dessen Thesen geien hauptsächlich zwei Punkte für ihn unannehmbar. 
1. Dass die Möglichkeit für den Probandus gegeben werde, 
an verschiedenen Anstalten geine Probezeit abmachen 
zu können, 
2. Die Prüfung am Ende der Probezeit. 
Wenn gich der Correferent am Schlusge geiner AÄugeinandergetzungen 
(S. 100) auf das Seine Forderungen begründende Werk von Schrader berufe, 
80 Seien doch wegentliche Differenzen zwichen beiden vorhanden. Aller- 
dings wolle Schrader eine zweite Prüfung, aber er verwerfe ebenso die 
Probelection wie das schriftliche Verfahren bei der Prüfung: er wolle nur 
eine Art von Colloquium mit dem Probandus abgehalten wissen. Hingichtlich 
Solchen Colloquinms aber könne er Sich des Gedankens nicht erwehren, dass 
- ein Solches, wenn es einmal eingeführt werden gollte, bald ebenso schnell auf- 
hören würde geübt zu werden, wie das mit dem Colloquium pro rectoratu 
thatsächlich der Fall sei. 
Der Vorsitzende bemerkt gegenüber der letzten Bemerkung, dass 
in neuerer Zeit das Colloquium pro rectoratu wieder durchweg gefordert werde. 
Der Correferent Director Fritsche will für jetzt nur auf wenige 
Punkte eingehen, zunächst auf die Differenzen, welche der Referent hervor- 
gehoben habe. Dass der Candidat geine Probezeit an verschiedenen An- 
Stalten ablegen dürfe, Scheine ihm wünschenswerth, aber nicht eine noth- 
wendige Forderung. Wichtiger sei ihm, dass die Uebungszeit zwei Jahre 
dauere und durch eine Prüfung abgeschlossen werde. Hingichtlich der Ein- 
richtung der letzteren werde er gich anderen Angichten leicht accommodiren. 
Doch hebe er hervor, dass zahlreiche Gutachten sich für eine gchriftliche 
"
	        

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