Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u, pädagogischer Beziehung. 123 
Reisacker bemerkt, der schnelleren Erledigung der Discussion werde 
das Aufsuchen der gegengeitigen Zusgammenhangsbeziehungen unter den 
einzelnen Thesen unzweifelhaft Sehr förderlich sein. Nun gehöre These 1 
zusgammen mit These 3. Wenn nämlich gegagt sei, die Univergität Solle 
nicht die praktische Ausbildung der Candidaten geben, 80 müsse zunächst 
erörtert werden, welche bestebenden Einrichtungen Empfehlung verdienten. 
Das gsei geschehen in These 3, die demgemäss vorangenommen werden 
müsse. Auch er halte am Probejabre fest, glaube aber den Zusgatz beifügen 
zu müssen, dass der Candidat sich mit der Geschichte und Theorie der 
Pädagogik bekannt mache. 
Friede spricht gich ebenso für die Zusammengehörigkeit von Thesge 1 
und 3 aus und will beide nach Streichung von These 1 Abgsatz 2 ver- 
einigen. Der Antrag Reisackers sei begründet; zu bedenken sei, dass 
auch in Seminaren die Vorbildung der Candidaten stattfinden könne. 
Abicht betont, dass gein Antrag dem in These 1 ausgesprochenen 
diametral entgegengesetzt Sei. Der Director habe keine Zeit zur Einführung 
der jungen Lehrer in ihren Beruf; dasselbe gelte von den Lehrern; auch 
gebe es nicht gar zu viele Anstalten, die für zweckmässige Ausbildung der 
Jungen Lehrer geeignet eien; Willkür und Zufall geien deshalb bei diesem 
vielleicht wichtigsten Zweige der Unterrichtsverwaltung zu wenig aus- 
gegchlossen. Er gehe die pädagogisch - didaktigche Schulung der Jungen 
Lehrer an als eine Aufgabe für academische Seminare mit zweijährigem 
Curgsus, einem theoretischen und einem praktischen, nach deren Vollendung 
die Candidaten zu prüfen und dann einer Schule zuzuweisen Seien. 
Hoppe ist der Ansicht, dass Abichts Vorschlag wohl nur geringe 
Billigung finden werde und bezieht sich hierfür auf sein Referat; was die 
anderweitigen Vorschläge betreffe, 80 liege Alles, was vorgebracht Ssei, 
implicite in geinen Thegen, wie er gie zum Zwecke der Vermittelung ver- 
Schiedener Anschauungen gefasst habe. Seine Meinung sei, der Student 
mügse gich auf der Universität mit dem Wegentlichen geines künftigen Be- 
rufes bekannt wachen; dazu gehöre für den künftigen Schulmann die 
theoretisgche Kenntniss der Pädagogik und der Geschichte derselben. 
Eitner hält es nicht für richtig, These 3 vor These 1 zu stellen; 
mit Friede will er aber These 3 an Stelle von These 2 getzen. 
Hasper würde Abichts Vorschlag gern annehmen und Sich freuen, 
wenn die jungen Lehrer praktisch vorbereitet an die Schulen kämen, aber 
er müsse ihn doch für uwpausführbar balten, weil den Univergitäten die zur 
praktischen Ausbildung nöthige Schule fehle. Das habe ihn eigene Er- 
fahrung in einem Seminare gelehrt. Die praktische Ausbildung müsse 
also anderweitig stattfinden. Doch könne auf der Univergität für bessere 
Vorbereitung der künftigen Lehrer auf ihren Beruf gesorgt werden, be-
	        

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