Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

124 Dritte Sitzung, 
Sonders durch häufigere Interpretation der Schulautoren und durch Vor- 
führung der physikalischen Instrumente; ihr bleibe die wisgenschaftliche Anus- 
bildung, die. praktische Schulung könne nur an einer Schule stattfinden. 
Der Vorsitzende findet gich ingofern in Uebereinstimmung mit 
Reigsacker, als er die Aneignung der Hauptthatsachen der Pädagogik der 
Universität zuweise; doch s8ei es zweckmässig, nicht die Erwähnung der 
einzelnen Institute voran zu nehmen. Die praktische Ausbildung mügse an 
der Schule stattfinden: dort 8ei es die Schönste Aufgabe des Directors, den 
Jungen Lehrer in Seinen Beruf einzuführen; das könne kein Seminar leisten. 
Reisacker weist gegen Eitner auf die Zusammengehörigkeit von 
These 3 und 1 hin; die Fassung von These 1, die Vorbildung gehöre an 
die Schule, könne nicht angenommen werden ohne vorherige Abweisung 
Sonstiger Einrichtungen. . 
Abicht erklärt zur Richtigstellung einer Angicht, dass er theoretische 
und praktische Schulung wolle, letztere am Gymnasium der Univergitäts- 
Stadt, Somit der Schule gebe, was ihr zukomme. 
Heine erklärt sich gegen Reisackers Vorschlag. These 3 und 1 
enthielten zwei verschiedene Sachen. These 1 Setze fest, was die Univergität 
leisten Solle. An Ssie ein pädagogisches Seminar anzuschliesgen gei nicht 
zweckmässig. Wohl aber 8ei wüngchenswerth, dass die Docenten mehr 
Rücksicht auf das Bedürfniss der Schule nähmen, indem sie z. B. lateinische 
Stilietik und besonders die Kunst der Interpretation lehrten. Doch wolle er 
Solche pia degideria nicht weiter erörtern. Zu erklären geil zunächst, Sache 
der Universität gei die wisgengchaftliche Ausbildnng. Damit gsei die Ein- 
führung in die Geschichte und die Principien der Pädagogik nicht aus- 
geschlossen; wenn auch in zweiter Linie, möchte sie doch mit betrieben 
werden. Das auszusprechen gehöre in These 1. Die zweite Frage, ob 
Probejahr oder Seminarschulung die praktische Einführung in den Beruf 
geben Solle, eine Frage, die auf der Pogener Conferenz für die letztere ent- 
8chieden worden sei, gehöre in Thegse 2. | 
Bei der Abstimmung wird der Antrag Abicht gegen 2 Stimmen, 
der Antrag Reisacker gegen 4 Stimmen abgelehnt, der Antrag Beigert 
zurückgezogen, der Antrag des Vorgitzenden mit grosser MaJorität 
angenommen. 
Heine Schlägt vor, jetzt These 3 zu behandeln; da jedoch ein be- 
züglicher Antrag nicht schriftlich vorliegt, 80 wird zur Debatte über These 2 
übergegangen. (Den Wortlaut dieser und der folgenden Thegen giehe Referat 
OÖ. 85.) 
Güthling empfiehlt, These 2 Alinea 1 zu streichen. Darin Sei 
zweierlei confundirt, Zulassung zum ProbejJahre und zur Anstellung; bei An- 
nahme und Durchführung der These in ihrer jetzigen Fassung würde bald
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.