Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Q Zweckmässigste. Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken, 
5. Schriften, welche „der Weichlichkeit und Süsslichkeit der Empfindung 
Vorschub leisten“ (Liegnitz G.) und den Geschmack verzärteln (Sprottau); 
6. Bücher, welche durch übertriebene Herablassung zu den Kindern 
uninteresgant und langweilig werden (Beuthen, Ratibor u. a); ebenso golche, 
die entschieden über dem Standpunkt der Schüler stehen (Görlitz R. Conf.): 
7. Schlecht stilisirte Bücher: 
8. Werke, „welche mit unschönen, unwahren oder inhalts- und charakter- 
logen Bildern oder Solchen ausgestattet Sind, welche die aus dem Text zu 
verbannende Sentimentalität und Ueberreizung in den Bildern zum Ausdruck 
bringen“ (Liegnitz G.; ähnlich Görlitz G.). 
Um nun zur Besprechung derjenigen, die Auswahl der Bücher be- 
treffenden Hauptpunkte überzugehen, hingichtlich deren nicht völlige Veber- 
einstimmung herrscht, 80 ist zunächst zu erwähnen, dass Brieg, Görlitz G., 
Gr. Streblitz Bilderbogen, beziehungsweise Bilderbücher und Werke, besonders 
für die Schüler der unteren Klassen empfehlen, während Neisse R. Ref. der 
Ansicht ist, die Betrachtung der Bilder verführe den Knaben gar leicht zu 
Zerstreutheit und Gedankenlosigkeit, und Breslau Fr. G. das Augleihen von 
Bilderwerken für die untersten Stufen „aus praktischen Gründen“ verwirft. 
Gegen die von Breslau Magd. G. und Glogau k. gewüngschte Angchaffung 
Sorgfältig llustrirter Werke dürfte Sich wohl keine Stimme erheben. 
Jugenderzählungen. 
Auch in Bezug auf die Anschaffung von Jugend - Romanen und Er- 
zählungen, insbesondere solcher von Hoffmann, Nieritz u. a. gehen die An- 
Sichten auseinander. Breslau Joh. G. Ref. (Conf.: „Bei der Anschaffung von 
Jugendromanen ist mit Vorgsicht vorzugehen.“), Görlitz G., Jauer erklären 
Sich entschieden gegen die Schriften der genannten Autoren, beziehungs- 
weise gegen die ganze Gattung; Königshütte, Oels, Tarnowitz u. a. wollen 
die besseren Sachen nicht ausschliessen; andere wünschen dagegen nur „an 
historische Helden Sich anschliessende“ (Ratibor) und „auf wahrhafte Begeben- 
heiten gegründete“ (Guhrau) Erzählungen. 
Einzelne zweckentsprechende Erzählungen können wohl nicht ent- 
behrt werden; gegen die von einigen Seiten zugelasgenen, in neuerer Zeit 
80 beliebten „Bearbeitungen“ classischer Romane (z. B. Scott's) für die Jugend 
muss ich mich mit Breglau Job. G. Conf., Görlitz G., Ratibor ganz entschieden 
aussprechen. Wie eim Kunstwerk, ohne dass Charakter und Haltung des 
Ganzen alterirt und die ursprüngliche Kraft abgeschwächt wird, „bearbeitet“ 
werden kann, vermag ich nicht einzugehen.
	        

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