Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

126 Dritte Sitzung. 
Der Vorgitzende bemerkt bierzu, dass Zeugnisse 3. Grades auch 
Solchen Candidaten gegeben werden mügsten, die bei 1 bis 2 Facultäten für 
Prima erhebliche Mängel in ihrer allgemeinen Bildung zeigten. Dadurch 
werde stets die Herabsetzung der Zeugnissenummer um einen Grad bewirkt. 
Er sei übrigens auch für den gänzlichen Wegfall der No. 3 
Wentzel würde es sgehr bedauern, wenn der Lehrerstand degradirt 
würde durch die Zulassung von Leuten in das Amt, die den Anforderungen 
nicht entsprächen. Vielleicht geien an den gegenwärtigen Verhältnisgen die 
Anforderungen Schuld und geien diese herabzusetzen. Jedenfalls könne nur 
derjenige Segensreich wirken, der möglichst lückenlos in Seinem Wisgen ins 
Amt trete. 
Fritsche will die Verwahrung gegen No. 3 80 verstehen, dass. keine 
Candidaten Anstellung finden Sollten, die nicht in der Prima unterrichten 
könnten. Er bestreite, dass im Amte noch Musse zur Fortbildung da zei 
(Widerspruch), und gelbst wo sie vorhanden sei, werde sie nicht immer be- 
nutzt, höchstens zu schwächlichen Nachexamimibus, die nichts förderten. 
Nachdem gich auch Friede für das Amendement Beisert und 
für Wegfall der angegebenen Worte ausgesprochen hat, spricht Sich 
Rösner ebenso gegen No. 3 wie überhaupt gegen die Bezeichnung der 
Zeugnisse durch Nummern aus. 
Menge ist zweifelhaft, ob ausreichende wissenschaftliche Befähigung 
und Facultas für Prima gleichbedeutend eien. Es komme vor, dass wisgen- 
Schaftliche Tüchtigkeit bei Leuten vorbanden sei, denen die Facultas für 
Prima fehle. Er erklärt gich deshalb für Streichung des Absgatzes. 
Geb. Reg.-R. Dillenburger bemerkt dem gegenüber, das Wort 
„ausreichende Bildung“ sei nöthig, weil das Provinzial-Schulcollegium gegen- 
wärtig durchgefallene Candidaten zum Probejahre zulasgen müsse. Was die 
Beziehung zwischen allgemeimer Bildung und Herabsetzung der Zeugniss- 
nummer in Folge Mangelhaftigkeit dersgelben betreffe, 80 verzichte er auf 
den Nachweis der allgemeinen Bildung im Staatsexamen, da diegelbe bereits 
im Abiturienten-Examen nachgewiegen Ssei. 
Meyer hält die Fassung der These 2 Abs. 1 durch den Referenten 
für durchaus zweckentsprechend; da sei von Zeugnissen 1., 2., 3. Grades 
nicht die Rede, Sondern nur von der Befähigung in Prima zu unterrichten, 
wenigstens für ein Fach. Und golche Vorbildung müsse gewonnen werden, 
ehe die praktische Ausbildung beginne. 
Heine: Es geien meist begabtere und fleisgigere Schüler, die gsich 
dem Studium der Philologie widmen. Auch auf der Univergzität werde von 
den Philologen im Durchschnitt zum wenigsten ebenso fleissig gearbeitet wie 
von den Studenten anderer Facultäten. Das Gegetz Schreibe ein Triennium
	        

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