Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 127 
vor, fast keiner mache gein Examen vor Ablauf des vierten Studienjahres. 
Wenn trotzdem ein 80 grosger Procentsatz ein ungenügendes Zeugniss ent- 
halte, 80 mügse etwas krank sein. Aenderungen des Prüfungsreglements 
könnten hier nicht discutirt werden: um 80 mehr mügse festgebalten werden 
an der in der Thesge aufgestellten Forderung der Facultas für Prima wenig- 
Stens in einem Fache. Das sei selbst für mittelmässig befähigte und aus- 
reichend fleissige Studenten nicht zu viel verlangt, wenn das Reglement 
richtig gehandhabt werde. 
Stein will künftighin Candidaten, die nach ihrem Zeugnisse nicht 
anstellungsfähig Seien, nicht zum Probejabhre zugelassen Wwisgsen. 
Volkmann spricht für die Fassung des Referenten. Der gegen- 
wärtige Ausfall der Prüfungen sei nicht verwunderlich. Es werden die 
Studenten nicht blos in ihren Specialfächern, sondern in einer Reihe anderer 
Fächer ebenso examinirt, als ob sie Fachmänner geien. Da könne kein 
anderes Ergebniss folgen. Anders werde es werden, wenn die erforderliche 
Begschränkung eintrete, wesentliche und unwegentliche Fächer je nach dem 
Studienkreise des Einzelnen geschieden würden; in dem Specialfache aber 
müsgsse der Candidat die Lehrbefähigung für Prima haben, 8onst sei er un- 
brauchbar. 
Hoppe weist hin auf die üble Lage, in der ich ein Candidat befinde, 
der praktisch thätig sei und gich noch auf eine wisgenschaftliche Nach- 
prüfung vorbereiten müsse. Er gerathe nothwendig allen Kreisen gegen- 
über in eine deprimirende Stellung. Die Hoffnung auf eine später zu er- 
werbende höhere Facultas sei ferner Sehr fraglich. Werde gie nicht gewonnen, 
dann bringe das Uebergangenwerden beim Avancement neue Qualen. Um 
die Lehrerwelt vor Solchem Leidwegen zu bewahren und aus wahrem Inter- 
esse für sie habe er geine These gestellt. 
Müller (Kattowitz) spricht gich in gleichem Sinne aus. Der Staat 
habe die heilige Pflicht, den Inhalt der These zur Ausführung zu bringen 
und damit dem beute herrschenden Nothstande, der durch die Anstellung 
von Candidaten mit No. 3 herbeigeführt werde, ein Ende zu machen. 
Geh. Reg.-R. Dillenburger erwidert, der gegenwärtige Nothstand 
Sel nicht gofort zu begeitigen. Gegen Volkmann und desgen Kritik des 
Prüfungsreglements glaubt er eine baldige Aenderung des Reglements in 
Ausgicht stellen zu können. Angeregt gei die Angelegenheit schon auf der 
Octoberconferenz 1873; Fälle, wie gie Jetzt vorkämen, dass ein Candidat 
Facultas für Prima im Gegehichtsfache erhalte und in Geographie keine 
Facultas, Seien unerträglich. Bei den gegebenen Verhältnissen werde es sich 
empfehlen in der These zu sagen: „Candidaten mit ausreichender Befähi- 
gung.“ Hinzichtlich der Möglichkeit der Weiterbildung während praktischer
	        

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