Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

 
Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 129 
Zu These 3 amendirt der Vorgitzende den Ausdruck „Probejahr“ 
im „Probezeit“, und verliest darauf das Amendement Friede, Thege 3 ist 
unmittelbar an These 1 anzuschliesgen, also als These 2 zu fasgen, und den 
Antrag Wentzel, Treu, Rössler, in These 3 den letzten Satz „nur bis 
können“ zu streichen. 
Eitner spricht für die Fassung der These durch den Correferenten. 
Die Seminare unter der Leitung der Provinzial-Schulräthe reichten für die 
Zahl der Candidaten nicht aus. Auch vermisse er in ihnen den wichtigsten 
Factor, die praktische Ausbildung. 
Der Vorgitzende bemerkt berichtigend, dass die Seminaristen 
Sämmtlich an Breslauer Schulen praktisch geübt würden. 
Heine findet die Fassung der These, weil nur auf gegenwärtig be- 
Stehende Einrichtungen gich beziehend, zu eng. Es wären doch andere In- 
Stitutioven denkbar und zweckmässig. Allerdings gelte von dem guten 
Lebrer: nascitur non fit, aber auch der von Natur beanlagte Lebrer 
mügsse doch vieles für die Praxis Nothwendige lernen. Die Unterweisung 
aber hierin sei gerade bei den Candidaten des höheren Schulamtes mangel- 
haft und in Folge dessen sei ein üble Folgen veranlasgendes Experimentiren 
an Schülern, die nicht dazu der Schule überwiesen geien, häufig, während 
für die übrigen Unterrichtsanstalten die zukünftigen Lehrer die gehörige 
Schulung erhielten. Er proponire deshalb, wie in Wittenberg für Theologen 
ein Seminar bestehe, in dem diese für ihren praktischen Beruf vorbereitet 
werden, und das eine grosse Reihe tüchtiger Leute gezogen habe, 80 gollten 
in jeder Provinz besondere Seminarschulen gegründet werden, wo die Can- 
didaten an Schülern experimentiren können, die wisgen, dass gie von Can- 
didaten unterrichtet werden, und wo die Candidaten zugleich die nöthige 
theoretische Unterweisung erhielten. 
Der Vorsitzende bemerkt, dass damit eine ganze Schule von Cor- 
pora vilia würde geschaffen werden, die Redner doch vermeiden wolle. 
Nachdem Rögner noch die üble Lage beleuchtet hat, in die golche 
veminarschulen, mit lauter jungen Leuten besetzt, bald kommen würden, 
und Reisacker Heine's Vorschlag als unausführbar charakterisirt hat, Schon 
deshalb, weil durch ihn die Ausbildungszeit um ein Jahr verlängert werde, wird 
These 3a und 3b in der Fassung des Correferenten angenommen. 
These 4 empfiehlt Güthling als gelbstverständlich ohne Debatte an- 
zunehmen. 
Rögner gschlägt vor, den zweiten Passus der These zu begeitigen, weil 
er ebenso mit der Stellung des Candidaten, wie mit These 10 und 12 im 
Widerspruche stehe. Der Candidat soll gich beeinflussen lassen, um ausge- 
Schlegien. 9
	        

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