Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

130 Dritte Sitzung. 
bildet zu werden, er soll Methode vom Director und Fachlehrer lernen; von 
voller Freiheit der Selbstentscheidung könne keine Rede Sein. 
Referent: Solche Beschränkung sei selbstverständlich; die These habe 
ihre Fassung erhalten mit Beziehung auf die Bestimmung einer Directoren- 
Instruction, der Director könne die Methode vorschreiben. 
Geh. Reg.-R. Dillenburger beantragt getrennte Abstimmung über 
Abgatz 1 und 2 der These. 
Stein hält Abgatz 1 ohne Abgatz 2 für unverständlich. 
Heine hält es für gehr wohl möglich, dass die Rücksichtnahme auf 
die Individualität als geboten hingestellt werde; aber volle Freibeit zu ge- 
währen gehe nicht an. Das erstere könne Grundsatz Sein, das zweite sei 
unmöglich. 
Nachdem Fickert gich im Sinne Heine's geäussert und der Refe- 
rent nochmals auf das Wort „zweckmässige“ hingewiegen, wird zur Abstim- 
mung gegchritten. Dabei wird der Antrag Beigert: die These 4 ganz 
zu streichen, gegen 8 Stimmen abgelehnt, die These in der Fassung des 
Referenten Absatz 1 fast einstimmig angenommen, Absatz 2 nach dem 
Antrage von Rögner gegen 3 Stimmen gestrichen. Der Antrag Lindner's 
Thegse 4 zu fassen: „Die Fortbildung des Candidaten darf nicht zu einer 
eingeitig mechanischen Schulung werden“ erhält 2 Stimmen. 
Zu These 5 liegen vor Amendements 
1. von Wogsidlo: klassische Philologen gsind in der Regel Gym- 
Dagien, Neuphilologen und Naturwissenschaftler in der 
Regel Realschulen zuzu weigen. 
2. von Müller (Kattowitz): welchen Anstalten die Probecandidaten 
zuzuweisen gind, hängt von der Lehrbefähigung ab, die 
Sie Sich erworben haben. 
3. von Heine: klaggsische Philologen gind in der Regel Gymna- 
Sien, angehende Lehrer der Naturwissenschaften den 
Realschulen zuzuweisen. 
4. von Rhode: klassische Philologen gsind in der Regel Gymna- 
Sien, moderne Philologen und Naturforscher in der Regel 
Realschulen zu zuweisen. 
Nachdem der Referent Seine Fassung mit Beziehung auf die Stunden- 
zahl für Philologen und Naturwissenschaftler an Gymnagien resp. Realschulen 
empfohlen hat und Krüger für „Naturwisgenschaftler“ den Ausdruck 
„angehende Lehrer der Naturwissenschaften“ vorgeschlagen hat, spricht sich 
Beisert dahin aus, dass ihm Abtheilung 1 der These formell und materiell 
bedenklich scheine und beantragt deshalb Streichung des Abgsatzes. Formell
	        

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