Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung, 131 
Scheine ihm bedenklich über die Zuweisung zu verfügen, die doch Sache 
der königlichen Behörde gei; materiell halte er für zweckmägsig, dass eben- 
Sowenig den Philologen die Realschule, wie den Naturwissenschaftlern das 
Gymnasium verschlosgen werde. 
Wossgidlo hält für gelbstverständlich, dass Sich Naturwissenschaftler 
an Realschulen besser bilden werden, ebenso wie klagsische Philologen an 
Gymnasien; die Neuphilologen würden aber ihre Ausbildung um 80 vatür- 
licher bei Realschuldirectoren finden, als zie häufig von Realschulen abge- 
gangen Selen. 
Fritsche hält die Trennung in Alt- und Neupbhilologen nicht für 
geboten, da an jedem Gymnasium gich ein Lehrer des Franzögischen finde. 
Heine schlägt vor, ohne gspecielle Nennung der Neuphilologen die 
These in der Fassung des Referenten anzunehmen mit der Aenderung: 
„klassische“ Philologen. | 
Bei der Abstimmung erhält das Amendement Müller 9 Stimmen, 
das von Rhode 7 Stimmen, das von Heine wird mit schwacher Majorität 
angenommen. | 
Zu These 5 Abtheilung 2 bewerkt Geh. Reg.-R. Dillenburger, 
dass unter höheren Bürgerschulen nur die in der Conferenz vertretenen zu 
verstehen geien. 
Rössler erwähnt, dass factisch diese Berechtigung, wenn auch im 
einzelnen Falle von der Genehmigung der Centralstelle abhängig, bereits 
bestehe, übrigens es auch der Billigkeit entspreche, dass das betreffende 
Recht ausdrücklich den Bürgerschulen eingeräumt werde, die durch Aus- 
bildung zahlreicher Candidaten ihre Befähigung dazu reichlich erwiesen hätten. 
Bei der Abstimmung gind für die vom Correferenten vorgeschlagene 
Streichung von Abtheilung 2 zwei Stimmen, für die von ihm eventualiter 
empfohlene Gleichstellung der Progymnagien mit den Gymnagien, der Bürger- 
Schulen mit den Realschulen eime grosse MajJorität. 
Zu These 5 Abtheilung 3 erörtert der Vorsitzende, dass es nicht 
zweckmäsgsig geil, die hier aufgestellte Bestimmung anzunehmen. Die Can- 
didaten wünschten der Mehrzahl nach in der Hauptstadt der Provinz zu 
bleiben, ihrer Ausbildung aber sei es viel zuträglicher, dass sie in kleinere 
Städte geschickt würden, wo gie den Schülern näher treten und 80 für ihre 
pädagogische Ausbildung grösseren Gewinn ziehen könnten. Der Abgatz 3 
wird darauf mit grossger Majorität gestrichen. 
Gegen die Fassung von These 5 Abtheilung 4 erklärt Sich Metfert; 
es könne gerade der Wechsel im Interesse des Candidaten sein, der etwa 
an einer Angstalt Fiasco gemacht habe. 
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