Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

132 Dritte Sitzung. 
Der Referent weist darauf hin, dass es zweierlei sei, ob durch 
Streichung des Paragraphen die Sache als zulägsig erklärt, oder ausgesprochen 
werde, ein Wechgel sei nicht zulässig. Die Entfernung eines Candidaten sei 
auch 80 möglich. 
Der Vorgsitzende gschlägt darauf vor, den Paragraphen 80 zu fassen: 
„Wechsel der Anstalt in der Probezeit ist nach Möglichkeit zu vermeiden.“ 
Beigert spricht zich für die Fassung des Referenten aus. Der Can- 
didat Solle 80 lange an einer Anstalt bleiben, bis der Zweck seines Aufent- 
haltes an dergselben erreicht. sei. 
Nachdem Hasper darauf hingewiesen hat, dass es Sich um Schaffung 
einer Regel handle, die Ausnahmen nicht unmöglich mache, und Reisacker 
für die Fassung des Vorgitzenden eingetreten ist, wird der Antrag 
Meffert auf Streichung gegen 7 Stimmen abgelehnt, der Antrag Stechow, 
dem der Vorgitzende beistimmt „die Probezeit ist in der Regel an dergelben 
Ansgtalt abzuleisten“ mit Starker Majorität angenommen. 
Fritsche beantragt hierauf Annahme geines Zugatzantrages (S. 98 
DL. 2 v. 0.) „beim Eintritt in das Probejahr sind die Probanden zu vereidigen 
und erhalten eine amtliche Instruction, die sie über ihre Pflichten belehrt.“ 
Er verweise auf die Begründung in geinem Correferat S. 93. 94. 
Fickert betont den Unterschied zwischen dem Candidatus probandus 
und dem Referendar. Letzterer bleibe in der Carriere, der Probandus nicht 
immer, Sondern gehe häufig wieder in Privatstellungen über. 
Beisert will den Candidaten, der noch kein Amt hat, auch nicht 
durch einen Amtzseid verpflichtet wissen. 
Rögner vermag nicht einzugehen, was gegen Vereidigung spreche. 
Der Candidat habe eine amtliche Aufgabe und golle gich dieser mit vollem 
Eifer hingeben; dass das seine Pflicht ei, werde ihm durch den Eid zum 
Bewusstsein gebracht. Auch der Referendar gsei nicht angestellt, 8sondern er 
werde nur geübt und habe oft nicht die Selbständigkeit, die dem Probandus 
eingeräumt werde. 
Im gleichen Sinne spricht sich Friede aus; Fickert und Stechow 
dagegen weigen auf den grossen Unterschied hin, der darin liege, dass dem 
Referendar durch das Bestehen der zweiten Prüfung ein Recht auf Anzgtel- 
lung gegeben werde, dem Probandus aber die Ableistung des Probejahres 
ein Solches nicht gewähre. 
Heine meint den Vergleich fallen lassen zu gollen; durch den Eid 
werde voraugichtlich weder für Pflichterfüllung noch für die Berechnung der 
Amtszeit etwas gewonnen; letztere 8sei überdies durch Verfügung des Herrn 
Ministers fest geregelt.
	        

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