Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 135 
Zu These 8, 1 erklärt Stechow, der zweite Theil der These 
'widerstrebe ihm; er weise jeden Candidaten in den griechischen Unterricht 
in Quarta, der ihm am instructivsten zu .gein scheine. 
Heine Spricht für Eitner's Vorschlag; ein Candidat könne recht wohl 
etwa Geographie in VI, Rechnen in VI, Französisch in V oder Gegchichte 
in IV geben; dass das geschehe zu verbieten, enge den Director zu sehr ein. 
Kein Candidat werde ja den Unterricht geben, ohne vorher durch Hospi- 
tiren mit dem Wegentlichen der Unterrichtsmethode bekannt gemacht worden 
zu gein, überdies werde er auch in dem Unterricht überwacht. 
Der Referent constatirt, dass er sich bezüglich der These mit der 
Mehrzahl der Referate im Einklange befinde. Was die Sache anlange, 80 
Sei die Sexta da, wo keine Vorschule vorhanden Sei, für einen Candidaten 
eine zu Schwierige Klasse. 
Nachdem Friede gsich in gleichem Sinne wie Heine ausgesprochen, 
bemerkt Krüger, für das Einleben in den Schulorganismus gei es für den 
Candidaten am instructivsten von der Pike auf zu dienen; gerade der Unter- 
richt in der Sexita sei der belehrendste, wenn der Director die nöthige Auf- 
Sicht übe, resp. gelbst einige Stunden in dieger Klasse übernehme. Darauf 
erklärt sich die Majorität für den Antrag Eitner und Sstreicht These 8 
Abgatz 1. 
8, 2. Meyer erachtet für die zweckmäsgsigste Klasse zur ersten 
Begchäftigung des Candidaten die Tertia; gerade weil es eine schwierige 
Klasse gei, könne er gich hier die Sporen verdienen. Wer zich hier bewähre, 
Sei bewährt, während Jemand in Sexta sich gut zeigen könne und doch 
in den höheren Klassgen nicht verwendbar geil. Auch könne der Candidat 
in der Tertia bei dem zweijährigen Curgus der Klasse im schlimmsten Falle 
nicht zu viel schaden. 
Reisgacker empfiehlt der These des Referenten hinzuzugetzen: in 
der ersten Zeit. 
Volkmann macht darauf aufmerkgsam, dass reglementarisch dem 
Candidaten auch in oberen Klassen zu unterrichten Gelegenheit gegeben 
werden gsolle. 
Rögner erklärt zich gegen die Beschäftigung eines Anfängers in der 
Tertia, die leicht grosse Disciplinschwierigkeiten mache; in der ersten Zeit 
Seien unter allen Umständen die unteren Klagssen vorzuziehen. 
Bei der Abstimmung findet die Fassung: „in der Regel findet die 
erste Begchäftigung in einer unteren Klasse statt“ grosse Majorität. 
8, 3 beantragt Güthling zu streichen, weil die Sache zu dispu- 
tabel sei.
	        

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