Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

136 - Dritte Sitzung. 
Der Referent constatirt, dass er die verschiedenen Anschauungen 
der Referate habe verbinden wollen; er persönlich sei dafür, dass der Pro- 
bandus im zweiten Semester des Probejahres in oberen Klassen begchäf- 
tigt werde. | 
Heine: Gerade weil in den Referaten und auch gonst in der gchul- 
männischen Welt 80 grosse Ansichtsdifferenzen vorlägen, gelte es Stellung 
zur Frage zu nehmen. Die Fassung des Referenten sei gchr gegchickt, 
durch ihre Annahme werde festgestellt, dass die Conferenz bindende Vor- 
Schriften über diesen Punkt nicht als wünschenswerth angehe. 
Nach Annahme eines Schlusgantrages wird der Antrag auf Streichung 
von 8, 3 abgelehnt. 
Rössler empfiehlt darauf geinen Vorschlag, zu erklären, dass der 
Candidat in der ersten Zeit nicht in zu vollen Klassen beschäftigt werden 
dürfe. Er betont die Wichtigkeit desgelben mit specieller Beziehung auf 
die Tertia. 
Stechow: Der Director übernimmt die Verantwortung, kann also 
auch vollere Klassen dem Probandus zuweisen. 
Scheiding fürchtet, dass in vollen Klassen die jungen Lehrer zu 
leicht Fabrikarbeiter werden möchten und es nicht lernen, zich in Indivi- 
dualitäten zu vertiefen. | | 
Steinvorth will zu dem Röggler'schen Antrage hinzugegetzt wissen : 
in der ersten Zeit. 
Der Antrag wird in dieser Fagsung angenommen und damit die Vor- 
mittagssitzung 12 Uhr 35 Minuten gegchlossen. 
 
Angenommen gind in der Vormittagssitzung folgende Thegen: 
1. Die Schulamtscandidaten haben gich auf der Univergität mit den 
Hauptthatsachen der Gegschichte der Pädagogik Sowie mit den 
Grundzügen der Theorie derselben bekannt zu machen. Die praktisch- 
didaktisch-pädagogische Vorbildung der künftigen Lehrer kann nur 
an der Schule gelbst erfolgen. 
2. Es gollen Solche Candidaten, die keine ausreichende wisgengchaftliche 
Bildung, d. bh. in keinem Fache eine Lehrbefähigung für Prima 
baben, nicht zum Schulamte, insbesondere auch nicht zur Ableistung 
des Probejahres zugelasgen werden. 
3. Die unter der Leitung der Provinzial-Schulräthe bestehenden 
Seminarien gind in ihrer jetzigen Gestalt zwar nützlich, aber für 
das Bedürfniss unzureichend.
	        

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