Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 139 
Jahre, in welchem er zeigen golle, ob er das erste Jahr wohl benutzt habe, 
Sei ein praktisches Examen wünschenswerth. 
Hasper will die Probezeit auf zwei Jahre ausgedehnt haben, damit 
eine besgere Vorbereitung als bisher erreicht werde. : Dadurch werde der 
Stand der Lehrer geboben werden. Von Remunerationen gehe er auch im 
zweiten Jahre ab. 
Der Correferent hält es für leicht, einen Candidaten volle zwei 
Jahre als Probecandidaten zu beschäftigen. Im ersten Jabre bei 6 bis 10 
Lebrstunden gei er noch nicht genügend erprobt; erst das zweite Jahr, in 
welchem er eine volle Lehrerstelle verwalte, werde dazu Gelegenheit geben. 
Wutzdorf ist dergelben Anzgicht, zumal der Probecandidat nament- 
lich im ersten Jahre viel hospitiren mügse. 
Müller (Kattowitz) ist gleichfalls für zwei Jahre, damit der Candidat 
zeigen könne, was er Sgelbständig zu leisten im Stande sei. Auch sei ein 
Wechgsel in den Lehrobjecten in der Regel erst am Anfange des zweiten 
Jahres möglich. | 
Jung ist für ein Jahr. Der Eintritt in das Lehramt dürfe nicht zu 
Sehr erschwert werden, Sonst werde der Lehrermangel zunehmen. Wer gich 
im ersten Jahre nicht brauchbar erweise, werde es auch nach dem zweiten 
nicht gein. 
Beisert: „Was eine Neggel wird, brennt bald.“ Habe Jemand ein 
Jahr mit Erfolg probeweise unterrichtet, wozu sei dann noch ein zweites 
Jahr nöthig? Wie der Lehrer werden würde, erkenne der Director schon 
nach wenigen Wochen. Nehme er zu Anfang keine Belehrungen an, 80 
thue er es auch später nicht. 
Dem entsprechend hält auch Meffert eine Probezeit von zwei Jahren 
für eine Schädigung der jungen Lehrer. Dagegen klagt 
Krüger, dass die Jungen Lehrer sich durch die feste Anstellung oft 
verleiten lasgen, wisgenschaftlich nicht weiter zu arbeiten. Daher werde die 
These des Correferenten gewiss ein Antrieb für weitere Fortbildung der Can. 
didaten gein. 
Hasper weist auf die anderen Facultäten hin, die eine längere Vor- 
bereitung für nöthig hielten. In allen Klassen unterrichten zu lernen, sei 
in einem Jahre unmöglich, und doch handele es sich darum, dass der Can- 
didat nach der Probezeit die Befähigung dazu habe, und nicht blos darum, 
die Fähigkeit des Candidaten kennen zu lernen. 
Volkmann Spricht für ein Jahr. Bisher sei ohne thatsächliches 
Material für zweijährige Probezeit gesprochen. Die Mitglieder der Versamm- 
lung gelbst hätten ja an einem Jahre genug gehabt: jetzt Solle plötzlich
	        

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