Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungon Lehrer in didaktischer u, pädagogischer Beziehung. 145 
Für das Folgende ist ausser dem Amendement des Vorgitzenden: 
„Der Fachlehrer wohnt den vom Candidaten ertheilten Lehrstunden 
anfangs regelmässig, dann in angemessenen Zwischenräumen bei 
und bebält die Verantwortlichkeit für den Unterricht“ 
noch ein Antrag von Lindner eingegangen, welcher die Fassung vorgschlägt: 
„Der Fachlehrer ist verantwortlich für Erreichung des Klasgenzieles 
in dem von ihm zu ertheilenden Unterricht, in den der Probe- 
candidat vertretend eintritt.“ 
- Nachdem der Vorgsitzende erklärt hat, er meine die richtige Förde- 
rung des Schülers im Unterrichte und die Erreichung des Klassenzieles im 
Sinne des Lindner'schen Amendements, wird der erste Theil seines Antrages 
mit grosger Majorität angenommen. 
Vor der Abstimmung über den zweiten Theil „und behält die Ver- 
antwortlichkeit für den Unterricht“ nimmt Steinvorth die Fassung des 
betreffenden Theiles der These des Referenten wieder auf, doch fällt diese 
Sowohl, wie die von Lindner und Rhode, da der Antrag des Vor- 
Sitzenden, über welchen zuerst abgestimmt wird, die MaJorität erhält. 
Gegen den die Disciplinargewalt betreffenden Abgatz 3 in Thege 12 
Spricht sich Meffert aus. Er hält es für unthunlich, chon dem Candidaten 
jene. Gewalt zu übertragen, welcher gelbst der Führung bedürfe. Der Probe- 
candidat werde häufig aus Mangel an Kenntniss besserer Mittel strafen. 
Dagegen weist der Referent darauf hin, das die Mehrzahl der Gut- 
achten für Seine Fassung gei; auch sei die Gefahr des Missbrauchs bei den 
vorhandenen Controlmassregeln nicht 80 gross, namentlich gei die Vorgehrift 
zu beachten, dass alle bedeutenderen Disciplinarmassregeln, wozu er körper- 
liche Züchtigung unter allen Umständen rechne, nur von der Conferenz 
verhängt werden gollen. 
Volkmann will die Streichung der Worte „in vollem Umfange“. 
Beigsert schlägt die Fassung vor: 
„Die Disciplinargewalt hat der Candidat im Einverständniss mit dem 
Director und Ordinarius auszuüben“ ; 
Friede die Fassgung: 
„Die Disciplinargewalt ist dem Candidaten in beschränktem Umfange 
zu gewähren.“ (Das Uebrige zu streichen.) 
Dagegen bemerkt der Referent, dass der Ausdruck Disciplinargewalt 
nicht 80 bedenklich sei. Man brauche nicht an die härtesten Massregeln zu 
denken; es gebe eine Menge kleiner Mittel, in deren Anwendung der Can- 
didat doch nicht beschränkt werden dürfe; in der Anwendung der stärkeren 
Strafen sei er ohnehin, wie alle übrigen Lehrer, durch die bestehenden 
Vorgschriften gebunden. 
Schlegien. 10
	        

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