Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

146 Vierte Sitzung. 
Die Fassung des Referats wird abgelehnt gegen 8 Stimmen, der 
Antrag Volkmann's gegen 14 Stimmen. Für Friede's Fassung erklärt 
Sich die Majorität. Die Worte der These „Es wird . . . ausgeschlossen“ 
fallen damit. 
Zu Abgatz 4 in These 12 schlägt Volkmann die Fassung vor : 
„ertheilt die Censuren für den von ihm zelbständig ertheilten 
Unterricht.“ 
Wentzel befürwortet das Amendement : 
„Der Candidat ertheilt die Cenguren für geine Lectionen nach voraus- 
gegangener Besprechung mit dem Director oder dem betreffenden 
beauftragten Lehrer. Eine Stimme bei der Vergetzung steht ihm 
nicht zu.“ 
Er ist dagegen, dass dem Candidaten die in der These zugesprochene 
Befugniss zukomme. Die Candidaten schwankten zwischen Milde und Strenge. 
Habe man dem Candidaten die Disciplinargewalt nur in beschränktem Masse 
zugesprochen, 80 dürfe man ihm die in der These erwähnten Rechte erst 
recht nicht lasgen: mindestens 8ei ein Correctiv nöthig, welches in dem 
Urtheile des Directors und ergänzungsweise in dem des betreffenden Fach- 
lehrers gegeben geiL Bei der Versetzung aber dem Candidaten eine Stimme 
zu geben, sei sehr bedenklich. 
Heine findet doch zwischen Digsciplinarmassregeln und Abgabe von 
VUrtbheilen einen Unterschied. Der ungeübte Lehrer handele wohl einmal 
leidenschaftlich bei gegebener Veranlassung, also Sei auf diesem Gebiete eine 
Beschränkung geboten. Es gei aber etwas Anderes, eine Censur abzugeben 
oder bei Vergetzungen mitzusprechen. Der Candidat corrigire die schrift- 
lichen Arbeiten, er müsse also, da der Fachlehrer nur gelten bei ihm hospitire, 
auch bei der Cengur und Vergetzung mitsprechen können. Daber sei die 
. "Thege des Referenten vorzuziehen. 
Lindner will wohl gelbständige Ausstellung der Censuren durch 
den Candidaten, aber nicht allgemeine Beurtheilung, wie sie bei der Ver- 
Setzung nöthig sei. Schon die geringe Zahl der Lehrstunden, die der- 
Selbe habe, liesse eine golche nicht zu: Demgemäss Schlägt er die 
Fassung vor: 
„Der Candidat ertheilt die Censuren für geine Lectionen; bei der 
Vergetzung ist sein Urtheil zu hören; ein Votum steht ihm nicht zu.“ 
Rögner hat hierin keine Befürchtungen. Wenn der Candidat geine 
Probezeit Sorgfältig durchgemacht habe, müsse er auch am Schluss derselben 
bei Vergetzungen mitsprechen können. 
Auch Friede gieht keine Gefahr in der Theilnahme an der Ab- 
Stimmung. Sechliesslich sei doch der Director massgebend.
	        

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