Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Tehrer in didaktischer n. pädagogischer Beziehung. 147 
Volkmann bhält es für bedenklich, den Probecandidaten von der 
wichtigsten Handlung auszuschliessen. Sonst könne ja dergselbe die Organi- 
Sation der Anstalt nicht genügend kennen lernen. 
Für die Abstimmung liegt noch vor ein Vorschlag von Beigert, in 
der These statt „Stimme“ zu getzen „Urtheil“. 
Auf den Vorschlag des Geh. Reg.-R. Dillenburger wird zuerst 
über die Fassung des Referenten mit der redactionellen Aenderung Volk- 
m ann 's abgestimmt ; gie wird mit grosser Majorität angenommen. 
Die Thesen 13 und 14 werden auf den wiederholten Vorschlag des 
Vorzsitzenden als zu speciell mit grosser Majorität gestrichen. 
Indem zur Berathung von These 15 des Referenten und 15a, b des 
Correferenten (p. 99, wo es nun heissen muss: „Am Schluss des Probejahrs“) 
übergegangen wird, bemerkt Lindner, dass die Thegen des Referenten und 
Correferenten wohl augeinander zu halten Seien. In der Thege des Referenten 
handele es Sich um Uebungs- und Bildungsmittel, aber nicht um eine Prü- 
funggsarbeit, wie in der des Correferenten. 
Beisert will These 15 streichen. Wozu Seien stilistigche Uebungen: 
es werde schon ohnehin zu viel geschrieben. Wenn der Director geine 
Schuldigkeit gethan habe, wisse er ohne golche Referate Bescheid. Auch 
könne die in der Thegse ausgesprochene Forderung zu bedenklichen Folgen 
führen. Besger gei die schriftliche Lögung einer pädagogischen Aufgabe. 
Der Referent ist durchaus für schriftliche Referate, die eine klärende 
Wirkung hätten und beruft sich auf das Urtheil des Vorsitzenden. Seine 
Erfahrung spreche dagegen, dass die Candidaten ihre Thätigkeit verhüllen 
würden. Etwas Schädliches für den Charakter liege in den Referaten nicht. 
Der Vorsitzende hat gegen diese Art von Uebung nichts, aber es 
Sei nur eine unter vielen. In Jedem Collegium mügsten wichtige pädagogische 
und didaktische Fragen ab und zu bearbeitet werden. 
Auch Heine giebt zu, dass derartige Uebungen gut gein können, 
aber dadurch werde das Examen, welches der Correferent verlange, nicht 
ausgegchlosgen. =- Vor der Abstimmung werden noch Abänderungsanträge 
von Lindner: 
„Jedes Semester hat der Probandus eine ihm von dem Director zu 
Stellende pädagogische oder didaktische Frage zu bearbeiten, die 
von dem Director censirt wird“ 
und Volkmann: 
„Es bleibt dem Director überlassen, dem Candidaten Gelegenheit zu 
Schriftlichen Referaten und gonstigen gschriftlichen pädagogischen Ar- 
beiten zu geben“ 
eingereicht. Der letztere Antrag wird mit grosser Majorität angenommen, 
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