Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Veber Veberbfirdung der Schüler mit hänglicher Arbeit. 161 
Vor dem Eintritt in die Berathung der Thesgen macht der Vor- 
Sitzende den Vorgchlag, These 2 und 3 umzustellen, womit die Versamm- 
lung eimverstanden ist. 
Bei These 1 bat Friede nur ein Bedenken bezüglich des Lehr- 
planes der Quarta. Auch wenn alle nach Quarta vergetzten Schüler die 
volle Reife hätten, Sei es doch bedenklich, dass hier zugleich Griechisch und 
Mathematik beginnen, ausgerdem die Einführung in die Lectüre der Sechrift- 
Steller. Er wüngcht Remedur. 
Güthling bestätigt dies; er habe geit Jahren vielfach auf die Ueber- 
bürdung der Quarta hingewiesen; wenn gsolche überhaupt vorhanden gei, 80 
Stecke sie hier. Es Sei rathsam, diese Klasse von der Geometrie zu be- 
freien; würde diese auch erst in Tertia beginnen, 80 würden die Lehrer der 
Mathematik doch dasselbe erreichen, wie gie gelbst erklären. 
Beisert. Die Ueberbürdung trete in Quarta auffallend hervor. Die 
* Vergetzungen fallen nirgends 80 ungünstig aus; die meisten Schüler gitzen 
zwei Jahre in Quarta. 
Reisacker findet, dass auch Prima überbürdet sei, was jedoch wit 
den Jetzigen Prüfungsforderungen zusammenhänge. Es fehle den Primanern 
an Zeit zu gehöriger geistiger Sammlung und zu tieferem Eindringen in 
die classisgche Lectüre. Speciell weist Redner hin auf die Prüfung in der 
Geschichte und die dazu nöthigen massenhaften Repetitionen; dazu komme 
noch die Anforderung von zusammenhängenden Kenntnisgen in der Geo- 
graphie, nachdem einige Jahre hindurch eine Unterbrechung in diegem Un- 
terrichte stattgefunden. Abhilfe lasse gich schaffen, wenn wenigstens für 
einige Gegenstände der Schwerpunkt der Prüfungsanforderung an das Ende 
der Obergsecunda verlegt werde, 80 für die alte Geschichte bezüglich der zu- 
Sammenhängenden Vorträge, für das Griechische und Franzögische be- 
züglich der zur Ermittelung der grammatischen Sicherheit dienenden gehrift- 
lichen Arbeit. 
Der Vorsitzende constatirt, dass die bisherigen Redner gich gegen 
die These erklärt haben; der Lehrplan Scheine zum Theil Schuld zu tragen. 
Die Versammlung möge Vorschläge zur Begeitigung des Uebels machen. 
Auch sei zu wüngchen, dass, nachdem bisher nur Gymnagialdirectoren ge- 
Sprochen, auch Realschulmänner gich äusgerten. 
Volkmann: Die Frage nach Ueberbürdung habe ganz verschiedenen 
Charakter in grossen und in kleinen Städten; in jenen werde mehr geklagt 
über Ueberbürdung der oberen, in letzteren mehr über die der unteren - 
Klassen. Wie sei das möglich, da begsonders in Sexta 80 wenig häugliche 
Arbeiten gegeben würden? Die Klagen gseien, wenn nicht berechtigt, 8o 
doch erklärlich. Zweierlei sei zu erwägen: 1, Die Thatsache, dass zu den 
Sochlegien, 11
	        

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