Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Veber VUeberbürdung der Schüler mit hänglicher Arbeit. 165 
Der Vorsitzende erklärt, auch über den Antrag Menge könne 
nicht abgestimmt werden, da auch er ausgerbhalb der Debatte stehe. 
Steinvorth schlägt dennoch vor, den Antrag Menge gspäter als be- 
Sondere These zu behandeln, worauf der Vorsitzende eingehen zu wollen 
erklärt. 
Inzwischen hat Heine einen zweiten Antrag eingebracht: 
„Der Lehrplan der höheren Schulen nöthigt mit Ausnahme 
des Lehrplanes der Gymnasgial-Quarta nicht zu einer Veber- 
bürdung der Schüler mit häuglicher Arbeit.“ 
Dieser Antrag wird mit überwiegender Majorität angenommen. 
Die Frage des Vorsitzenden, ob nun auch über den Antrag 
Menge abgestimmt werden solle, wird bejaht, und darauf der Antrag mit 
überwiegender MaJorität angenommen. 
Eine Abstimmung über die These des Referenten findet nicht statt, 
da dieselbe durch Annahme des zweiten Heine'schen Antrags bereits ge- 
fallen igt. 
In These 2 (in der Vorlage des Referenten 3) wünscht Heine das 
Wort „volle“ beseitigt, welches eine Missdeutung hervorrufen könnte; ebenso 
Güthling, der den betreffenden Antrag stellt. 
Meyer wünscht gerade das Wort beibehalten zu gehen. Die Schüler 
Sollen ihre Kraft nicht verzetteln mit Dingen, die dem Zweck der Schule 
fern liegen. 
Friede schlägt vor, statt- „volle Kraft“ zu sagen „Hauptkraft“, 
Krüger: „eine die Kraft des Schülers täglich in Anspruch nehmende 
Hausarbeit“, Sondhauss: „die besten Kräfte“, Lindner: „die Kraft des 
Schülers in angestrengter Weise“ u. 8. w. 
Zunächst wird der Antrag Güthling angenommen. Ueber die zum 
Ergatz für „voll“ gemachten Vorschläge wird zusammen abgestimmt. An- 
gSenommen wird der Vorschlag von Friede. 
These 3 (in der Vorlage des Referenten 2). Der Vorgitzende er- 
gänzt die These durch Wiederholung der Zahlenscala für die wöchentlichen 
häuslichen Arbeitsstunden der einzelnen Klassen aus dem Vortrage des Re- 
ferenten. 
Güthling: Wenn dies Mass nöthig gei, dann geien die Schüler 
überbürdet. Aber von den Zahlen des Referenten lasse gich vieles Streichen, 
Zz. B. habe der Sextaner für Geographie und Naturkunde gar nichts zu 
Hause zu arbeiten, die lateinischen Paradigmen golle er in der Schule lernen. 
Je besser der Unterricht, desto mehr schrumpfe die häugliche Arbeit zu- 
Sammen. Das gelte cum grano Salis auch für die anderen Klasgen. Seine
	        

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