Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

166 Fünfte Sitzung. 
Primaner geien durchgschnittlich nicht mehr als drei Stunden täglich in An- 
Spruch genommen. | 
Friede ist dergelben Anzicht. 26 (täglich 4 bis 5) Stunden geien 
zu viel, da noch die Schnulstunden (4 bis 6) dazu kämen. Die wenigsten 
Staatsbeamten hätten 80 viel zu arbeiten. 
Volkmann bringt folgenden, vom Geb. Reg.-R. Sommerbrodt ge- 
billigten Antrag ein: . 
„Mit Ausschluss des freien Sonntags ist eine tägliche zweistündige 
Arbeit für die Schüler der Sexta und Quinta, eine dreistündige 
für Quarta und Tertia, eine vierstündige für Secunda und Prima 
das höchste Mags.“ 
Beigert: Factisch reichten die Primaner mit 24 Stunden nicht aus. 
Vergegenwärtigten wir uns einen Tag in Prima und gummirten wir, was zu 
jeder Stunde verlangt werde, 80 komme mehr heraus, als täglich 4 Stunden 
häusgliche Arbeit, wenn die Schüler nicht zu unerlaubten Hilfsmitteln griffen. 
Darum habe Redner oben zur ersten These das Fallenlassen der Aufsätze 
vorgegschlagen, die eine bedeutende Zeit in Anspruch nähmen. 
Wentzel constatirt ebenfalls, dass Seine Schüler mehr arbeiten; gie 
Seien von. früh 5 bis Abends 10 Uhr begchäftigt. 
Müller (Kattowitz) hat Seine Primaner gefragt, wie viel sie brauchen, 
inel. der Aufsätze. Auch die mittelmässig begabten haben nur 3/5 bis 
4 Stunden zu arbeiten. So viel könne man Primanern zumuüuthen. Das 
Stimme auch mit der Verfügung des Provinzial-Schulcollegiums zu Kiel. 
Steinvorth findet 26 Stunden zu viel, da hierbei die Privatlectüre 
nicht mit berücksichtigt sei. Diese dürfe aussger den 26 Stunden nicht ge- 
fordert werden. 
Volkmann: Bei ihm habe nie ein Primaner mehr als 3 Stunden 
zu den regelmässigen Arbeiten gebraucht, auch mit den Aufsätzen würden 
Sie in der Zeit bequem fertig. Die vierte Stunde hätten gie zur Privat- 
Jectüre übrig. Die Aerzte könne man auf die Alumnate hinweigen, in denen 
ausger der Schulzeit täglich über 5 Stunden Arbeit verlangt werde. 
Schlussantrag wird angenommen. 
Referent rechtfertigt die von ihm herausgerechneten 26 Stunden; 
er habe die mittelmässig begabten Schüler im Auge gehabt und allerdings 
das höchste zulässige Mass der Arbeit bezeichnet. 
Zur Abstimmung liegt ausser der These des Referenten vor der 
Antrag Volkmann. Zu demgelben hat Lindner das Amendement ge- 
Stellt: Statt „mit AusschJuss des freien Sonntags“ ist zu Setzen: „mit Aus- 
Schluss des als arbeitsfrei geltenden Sonntags“, was Fickert empfiehlt.
	        

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