Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

14 Zweckmäggigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken, 
zum genauen Durchlesgen und zur Beurtheilung übergeben. Findet dieger 
Lehrer, dass es den Anforderungen entspricht, 80 Kann die Anschaffung 
erfolgen. Dies Verfahren hat auch den Vorzug, dass der Lehrer die zur 
Lectüre der Schüler bestimmten Bücher genau kennen lernt. 
Schliesslich bleibt noch zu erwähnen, dass nach der Meinung von 
Breslau Fr. G. und Schweidnitz die Ordinarien die Anschaffungen zu be- 
Sorgen haben. 
Mittel zur Anschaffung der Bücher. 
Im Angchluss an das Vorhergehende dürfte die Frage zu erörtern 
Sein, woher die Mittel zur Anschaffung der Bücher zu nehmen sind, eine 
Frage, die, wie Bunzlau Ref. treffend bemerkt, von grösster Bedeutung für 
eine ruhige und gedeihliche Entwicklung des Instituts der Schüler-Biblio- 
theken ist. | 
Für Beiträge der Schüler („Legegeld“, „Bibliotheksgeld“) weten mit 
Bestimmtheit ein: Breslau Fr. G., Brieg Ref. und Dir., Bunzlau Ref. und 
Majorität der Conf., Görlitz R., Hirschberg, Liegnitz R. A., Neisse G., 
Schweidnitz, Sprottau, Waldenburg, Wohlau (1 St. i. d. Conf. gegen Beiträge) ; 
die ärmeren gollen von der Zahlung befreit ein; Schweidnitz und Walden- 
burg wollen nur freiwillige Beiträge. Zur Motivirung wird von Brieg Dir. 
und Sprottau angeführt, dass die Eltern ihre Söhne zur fleissigeren Be- 
nutzung der Bibliothek anhalten würden, wenn sie etwas Begsonderes für 
diegelbe zu zahlen hätten. Brieg Ref. und Wohlau betrachten die Zahlung eines 
Beitrags als ein Prägervativ gegen „die Anschaffung von Lesebüchern aus 
der unsauberen Alltagswaare“ Seitens der Eltern. Bunzlau Ref. hält es für 
eine unbegtrittene Thatsache, dass „das Interesse des Schülers an dem, zu 
desgen Erhaltung er gelbst beiträgt“, im Verhältniss zur Höhe des geleisteten 
Beitrags stehe, und Breslau Fr. G. meint, die Zablung eines Beitrags habe 
eine gorgfältigere Behandlung der Bücher Seitens der Schüler zur Folge. 
Nach meiner Veberzeugung begitzt die Schule andere, wirksamere Mittel, 
das Interesse der Eltern und Schüler an der Bibliothek zu erwecken und 
rege zu erhalten. Wenn endlich Bunzlau Ref. hervorhebt, dass bei solcher 
Aufbringung der Mittel „bei städtischen Anstalten alle unnützen und uner- 
quicklichen Weiterungen“ vermieden würden, 80 dürfte dieser Grund wohl 
kaum entscheidend in die Wagschale fallen. 
Was die“ Art und Weise der Zahlung angeht, 80 sprechen sich 
mehrere Gutachten für Erbebung der Beiträge mit dem Schulgeld, andere 
für monatliche, beziehungsweise für halbjährliche Zahlung aus; entschieden 
verwerflich ist es, für jedes aus der Bibliothek entliehene Buch ein Legegeld 
einzuziehen. Ich muss es mir vergagen, die einzelnen Vorschläge, welche 
hinsichtlich der Verwaltung und Verwendung der Beiträge gemacht werden,
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.