Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Zweckmöägsigste Einrichtung und Verwaltung von -Schulbibliotheken. 15 
aufzuzählen, und bemerke nur noch, dass nach einer mehrfach geäusgerten 
Meinung aus diegen Beiträgen auch der Bibliothekar remunerirt werden Soll. 
Die Gutachten von Breslau Job. G. Conf., R. a. Z., Brieg Corref., 
Freiburg, Gleiwitz, Grünberg, Jauer, Kattowitz, Oels, Patschkau, Tarnowitz 
Sprechen gich mit gröggerer oder geringerer Bestimmtheit gegen Beiträge, 
beziehungsweise für die Nothwendigkeit einer ausreichenden Etatspogition 
aus, welcher auch Breslau Magd. und Matth. G., R. z. bh. G. den Vorzug 
geben. Ist die Schülerbibliothek ein integrirender Theil des Schulorganismus, 
80 hat die Patronatsbehörde unzweifelhaft die Verpflichtung, die sämmtlichen 
Kosten der Einrichtung und Verwaltung zu tragen, und es dürfte gich 
Schwerlich rechtfertigen lassen, von den Schülern für die Benutzung der 
Bibliothek besondere Beiträge zu verlangen. 
. Trenmung der Schüler- und Lehrerbibliothek. 
Kine grosse Anzahl der Gutachten befürwortet mehr oder weniger 
lebhaft die gänzliche Trennung der Schüler- von der Lehrerbibliothek, indem 
Sie auf die Verschiedenheit des Zwecks und Inhalts der beiden Sammlungen 
hinweist. Die für die Vereinigung von beachtenswerthen Stimmen ange- 
führten Gründe werden von Jauer, Leobschütz Ref., Ratibor widerlegt. Eine 
Scharfe „Sachliche“ Trennung dürfte nicht nur möglich, 8ondern auch geboten 
Sein. wollten Lehrer und Schüler desselben Werks bedürfen, 8o ist. es 
wahrlich keine „Schädigung des ohnehin knappen Fonds“ zu nennen, wenn 
es in 2 Exemplaren angeschafft wird; der Doppelankauf ist dann nicht allein 
kein Unglück, Sondern geradezu nothwendig (Leobschütz Ref.). Uebrigens 
dürfte einem Schüler der oberen Klasgen, der zu einem bestimmten Zweck 
eines in der Lehrerbibliothek befindlichen Buches bedarf, die Benutzung 
desselben kaum verweigert werden, während anderergeits der Lehrer leicht 
erkunden kann, ob ein von ihm gewünschtes Buch zich in der Schüler- 
bibliothek befindet. Dass endlich die Ueberwachung der Sammlungen durch 
die Trenmung nur gewinnen kann, liegt auf der Hand und wird durch die 
Erfahrung hinreichend bestätigt. 
Bibliothekar. 
Wenn nun von mehreren der die Trennung empfehlenden Gutachten 
(Königshütte, Leobschütz Conf., Patschkau u. a.) auf das Bestimmteste verlangt 
wird, dass der Bibliothekar der Lehrer- und der Schülerbibliothek dergelbe 
Sein 8oll, weil Sich wohl kaum in einem Collegium zwei geschulte Bibliothekare 
finden würden, 80 halte ich die Vereinigung jener Aemter zwar für wüngchens- 
werth, aber nicht für nothwendig, da ich mit Ratibor der Angicht bin, dass 
für die vchülerbibliothek eine besonders befähigte oder geschnlte bibliothe- 
karische Kraft nicht erforderlich ist.
	        

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