Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

16 Zweckmässgigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken. 
KlasSenbibliotheken. | 
Aber die Majorität der Gutachten verlangt nicht nur Trennung der 
Lehrer- und der Schülerbibliothek, Sondern Sie wünscht auch, dass die letztere 
in 80 viele, von einander unabhängige Abtheilungen getheilt werde, als 
Klassgen vorhanden Sind, und dass diese Klassgenbibliotheken besondere Ver- 
walter erhalten. Für diese Einrichtung erklären gich ausdrücklich: Breslau 
Elisab., Joh., Fr., Mattb. G., R. a. Z. und z. hb. G., Brieg, Freiburg, Glatz 
(ein Theil des Collegiums; Ref. gegen Klassenbibliotheken), Glogau Kk., 
Görlitz G. und R., Grünberg, Guhrau, Jauer Conf. (1, II und III A: eine 
Bibl.; daneben für I und II noch „wisgenschaftliche Handbibliotheken 
zum augenblicklichen Bedarf des Lehrers und der Klasse“; Ref. gegen Klassen- 
bibliotheken), Kattowitz Conf., Königshütte, Lauban, Liegnitz G., Löwenberg, 
Neisse G. und R. Corr. (für VI--U B), Oels, Pless, Ratibor, Reichenbach, 
Schweidnitz, Strehlen, Gr. Strehlitz, Tarnowitz, Waldenburg Conf., Wohlau. 
Dazu kommt noch Je eine St. der Conf. von Hirschberg und BSprottau). 
Breslau Magd. G. und Landeshut Sind bei grossen Anstalten für Klassen- 
bibliotheken (bei kleineren genügen 3 Stufen); Liegnitz R. A. gibt zu, dass 
dieselben bei Schr grossen Anstalten nöthig Sein mögen. 
Wenn man die Berechtigung der aus dem über die Nothwendigkeit 
und den Zweck der Schülerbibliotheken Gegagten sich ergebenden Forderung 
anerkennt, dass jeder Schüler nur die Seiner gesammten Veranlagung und 
Seiner Bildungsstufe entsprechende geistige Nahrung erhalte, dass die Lectüre 
des Schülers nach geiner Individualität geregelt und ihre Wirkung beobachtet 
werden müsgse, dass diegelbe für den Unterricht nutzbar zu machen sei und 
zu der Erreichung des jeder Klasse gesteckten Lehrziels beizutragen habe, 
S0 kann man die Nothwendigkeit der Klassenbibliotheken mit besonderen 
Verwaltern nicht in Abrede stellen; nur bei einer wenig umfangreichen, für 
eine bestimmte Bildungsstufe ausschliesslich berechneten Sammlung, nur bei 
genauer Kenntniss der dieselbe benutzenden Schüler und bei fortwährendem 
Verkehr mit diesen Schülern kann Jene Forderung erfüllt werden. Dass die 
Schüler aber an einer Bibliothek, die Sie als ihr besonderes Ligenthum 
angehen, an zich ein grögsseres Interesse haben (Breslau Magd. G.), dürfte 
Niemand bestreiten. Es bleibt noch zu erwähnen, dass Görlitz R., Grünberg, 
Waldenburg für I und I, Neisse G. und R. Corr. für I und IIA, und, wie 
oben Schon gegagt, Jauer für 1, II und III A nur eine Bibliothek wünschen 
oder gestatten; der bedeutende Unterschied des Bildungsgrades und des Be- 
dürfnisges eines angehenden Unter- oder selbst Ober-Secundaners und eines 
vor der Abiturientenprüfung stehenden Ober-Primaners scheint mir eine der- 
artige Vereinigung zu verbieten. 
Nicht ganz einig gind die Gutachten darüber, welche Lehrer die Ver- 
waltung der Klasgenbibliotheken zu übernehmen haben. Viele betrachten
	        

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