Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Zweckmägsigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken. 17 
die Ordinarien, andere die Lehrer des Deutschen („oder der Gegchichte“ 
Brieg Ref., Grünberg Ref.), die übrigen die ersteren für die unteren und 
mittleren Klassen, die letzteren für die oberen Klassen als die geeignetsten 
Verwalter. Indem ich mich Angegichts der Thatsache, dass wenigstens in 
den unteren und mittleren Klassen der meisten Anstalten die Ordinarien 
den deutschen Unterricht ertheilen, und in der Vorausgetzung, dass der 
Ordinarius, auch wenn ihm dieger Unterricht nicht obliegt, sich mit dem 
Inhalt der Bibliothek geiner Klasse vertraut mache, für die zuletzt erwähnte 
Anzgicht entscheide, bemerke ich noch, dass nach dem beachtenswerthen 
Vorschlag von Brieg die Verwaltung der Primabibliothek immer von dem 
Director übernommen werden goll. 
Die Billigkeit erheischt, dass auch die Gegner, der Klassenbibliotheken 
gehört werden. Zunächst wendet man ein, es könne der Fall vorkommen, 
dass ein und dassgelbe Buch für mehrere Klassen angeschafft werde. Ist 
das betreffende Buch für diese Klassen durchaus geeignet, 80 würde ich 
den Ankauf in mehreren Exemplaren nicht für eine „unnöthige Zer- 
Splitterung“, sondern für eine recht passende Verwendung der Mittel halten. 
Von diesem Standpunkte aus kann ich auch der Behauptung, dass in Folge 
der Eintheilung in Klassenbibliotheken „gewisse Bücher auf gewisse Stufen 
gebannt und der allgemeinen Benutzung entzogen werden“, kein besonderes 
Gewicht beilegen. Der öftere Wechgel in der Verwaltung, der av Anstalten 
mit wechgelnden Ordinarien allerdings unvermeidlich ist, Scheint mir bei 
einer 80 kleinen Sammlung wenig umständlich und mit keinen entscheidenden 
Nachtheilen verknüpft zu Sein; der eifrige Verwalter wird sich mit dem In- 
halt der ihm vorher etwa nicht bekannten Bibliothek in kurzer Zeit vertraut 
machen. An den Anstalten mit bleibenden Ordinarien werden für den Ver- 
walter wenige Wochen genügen, um die betreffenden Schüler genau kennen 
zu lernen. Inwiefern durch die Einrichtung von Klassenbibliotheken, vor- 
ausgegetzt, dass ein Hauptkatalog vorhanden ist, die eventuelle Benutzung 
der Schülerbibliotheken Seitens der Lehrer erschwert wird, ist mir unerfind- 
lich. Ebensowenig ist durch die fragliche Einrichtung ausgeschlossen, dass 
einem Schüler einer Klasse ein Buch aus der Bibliothek einer anderen zu 
einem bestimmten Zwecke geliehen werde. Die Angicht endlich, bei dem 
„ Zerreisszen der Schülerbibliotbek in einzelne Klassenbibliotheken “ sei 
„weder Ordnung noch System in der Verwaltung, Vermehrung und Er- 
gänzung möglich“, theile ich ebensowenig wie die Befürchtung, es möchte 
Sich nicht an jeder Anstalt die nöthige Anzahl geeigneter Verwalter finden 
lassen. Denjenigen Lebrer, welcher nicht befähigt oder, um dies hinzu- 
zufügen, nicht geneigt wäre, die Bibliothek einer Klasse, in der er unter- 
richtet, zu verwalten, würde ich auf's Tiefste beklagen; derselbe hätte 
offenbar Seinen Beruf verfehlt. 
Schlegien. 2
	        

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