Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

138 7 Zweckmöägsigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken, 
Verschiedene Gegner der Eintheilung nach Klassen wüngschen eine 
Solche nach „Stufen“ unter „einheitlicher Leitung“; 80 empfehlen Leobschütz, 
Oppeln, Striegau 3 (letzteres für höhere Bürgerschulen und Progymnagien 2) 
Abtheilungen. Beuthen, Leobschütz, Oppeln, Sagan wollen, dass alljährlich 
eine nach dem Bedürfniss zu bestimmende Anzahl von Büchern für jede 
Klasse aus der Schülerbibliothek ausgewählt und dem Ordinarins oder dem 
Lehrer des Deutschen („oder auch an Anstalten mit geringer Frequenz 
dem Mathematiker“, Leobschütz) zur Vertheilung an die Schüler über- 
geben werde. 
Dass die die Klassenbibliotheken enthaltenden Schränke in den ent- 
Sprechenden Klassenzimmern aufgestellt werden, halte ich für höchst 
wünschenswerth, nicht für nothwendig. „In den Schränken muss Jederzeit 
die peinlichste Ordnung und Sauberkeit herrschen“ (Breslau Magd. G.). 
Kataloge. 
Selbstverständlich hat jede Klasgenbibliothek ihren eigenen, von dem 
Verwalter zu führenden Katalog. In Bezug auf die wisgengchaftlichen 
Abtheilungen dieses Katalogs, die einige Gutachten (Breglau R. a. Z., 
Wohlau u. a.) überbaupt für überflüSsig erachten, stimme ich mit Görlitz G. 
der von Ellendt in Seinem „Katalog“ (s. 0.) gewählten Eintheilung bei und 
möchte empfehlen, die Bücher nach diesen Abtheilungen auch in den 
Schränken aufzustellen. Damit aber die Schüler die erforderliche Kenntniss 
von dem Inhalt ihrer Klassenbibliothbek erlangen, wird mehrfach vor- 
geschlagen, den Katalog durch den Druck oder durch Abgchrift zu ver- 
vielfältigen; auch wird empfohlen, denselben in dem Klassgenzimmer anzu- 
bringen (Neisse G.: an den Thüren des Schrankes; Oels: auf Tafeln): am 
wenigsten empfehlenswerth dürfte das alljährliche Dictiren des Katalogs 
Sein. Uebrigens -kann neben diesen Einzelkatalogen schon der nöthigen 
Vebergsicht wegen ein (wie von verschiedenen Seiten verlangt wird, in dem 
Conferenzzimmer aufliegender) „Hauptkatalo2“ der Schülerbibliothek in 
Buchform (manche ziehen einen „Zettelkatalog“ vor) nicht entbehrt werden ; 
er muss diegelben Abtheilungen wie die Specialkataloge aufweisen. 
Durch die Bestellung von Verwaltern der Klassgenbibliotheken wird 
aber der Schon oben besprochene „Bibliothekar“ der Schülerbibliothek (in 
den Gutachten auch wohl „Haupt-“ oder „Generalbibliotbekar“ genannt) 
nicht überflüssig. ihm liegt der Verkehr mit den Buchhändlern ob; er hat 
jedes zur Aufnahme ausgewählte Buch zunächst in das Accessionsjournal, 
dann in den Hauptkatalog mit Angabe der Klasse, für die es bestimmt ist, 
einzutragen, dasselbe eventuell einbinden zu lassen und darauf dem Ver- 
walter der betreffenden Klassenbibliotbek zu übergeben. Ausgsgerdem hat er 
die Pflicht, jährlich einmal die Bibliothek zu revidiren.
	        

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