Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Zweckmäggigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken. 19 
Entschädigung des Bibliothekars. 
Von manchen Referenten wird mit Entschiedenheit gefordert, dass 
der Bibliothekar (bei Klasgenbibliotheken selbstverständlich der „Haupt- 
bibliothekar“) eine Remuneration erhalte oder durch einen Erlass von Lehr- 
Stunden für geine Mühewaltung entschädigt werde. Das letztere kann ich 
nicht billigen, da ich der Angicht bin, dass man die in vielen Fällen ohnehin 
nicht ganz leichte Aufgabe der Vertheilung des Unterrichts nicht durch 
eine derartige Forderung noch erschweren Soll. 
ReVviSIoONnen. 
Neben der oben erwähnten, von dem Bibliothekar jedes Jahr vorzu- 
nehmenden Revision der Bibliothek muss jährlich (oder, wie andere wollen, 
halbjährlich) eine golche Seitens des Directors stattfinden. Es wird mehr- 
fach (Jauer, Neustadt u. a.) ausdrücklich verlangt, dass bei diegen Revigionen 
namentlich auch auf die Ausscheidung zerlesener Bücher Bedacht genommen 
werde. Die Aufnahme eines Protokolls halte ich mit verschiedenen Referenten 
für unbedingt nothwendig. Jauer Ref. bemerkt, dass in Frankreich ein 
eigens dazu bestellter Commissar der Behörde von Zeit zu Zeit ausger- 
ordentliche Revisionen der Schülerbibliothek vornehme, und empfiehlt diese 
Massregel auch für Deutschland. 
Benutzung der Bibliothek. 
In dem Vorhergehenden ist stillschweigend angenommen worden, dass 
die Schülerbibliothek von den Schülern aller Klassen benutzt werde; dies ist 
Jedoch nicht die allgemeine Angicht. 
a) Ist VI auszusgchliesgen? 
6 Gutachten schliessen die Sexta von der Benutzung gänzlich aus. 
Liegnitz G. bestreitet das Lesebedürfniss der Sextaner; Bregslau Matth. G., 
das die Benutzung der Bibliothek nur den besgeren Quintanern und Quar- 
tanern und diesen auch nur im Wintergemegter gegstattet, stellt die Angicht 
auf, die Sextaner hätten vollauf zu thun, um sich in den Gymnagialunter- 
richt einzuleben und das deutsche Legebuch, das für gie noch viel Neues 
enthalte, genüge für ihr Bedürfniss vollständig. Der Gleiwitzer Ref. (dem 
4 St. des Colleginms beistimmen, während die 9 übrigen der Angicht gind, 
dass auch einzelnen reiferen Sextanern Gelegenheit zur Benutzung gegeben 
werden Soll) schliesst Sich in der Begründung der Ausschliessung eng an die 
von Schrader (Erziehungs- und Unterrichtslehre 2. Aufl. S8. 467 u. 468) 
angeführten Gründe an; ebenso der Ref. von Neisse R. (der Corref. Scheint 
entgegengesetzter Angicht zu gein). 
6) %
	        

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