Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

20 Zweckmägsigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken. 
Die bei weitem grösgere Anzahl der Gutachten will die Bibliothek 
auch von der Sexta benutzt Sehen, allerdings zum Theil mit Eingschrän- 
kungen. So will Lauban den Sextanern „nur ausnahmsweise“, Sagan nur 
den tüchtigsten Schülern Bücher geben; Beuthen und Gr. Strehlitz wünschen 
im Sommer „ein geringeres Quantum“, Königshütte in Sexta und Quinta 
keine obligatorische Lectüre. Brieg Ref. will (gegen die Anzicht des Corr. 
und d. Conf.) im Sommer die Bibliothek der unteren Klassen, Glogau Kk. 
die der Sexta schliessen. „Auch bei dem vSextaner,“ Sagt Brieg Ref. „tritt 
das Bedürfniss der Unterhaltung durch Lectüre hervor, und er hat vollauf 
Zeit, es zu befriedigen. Wenn es angezeigt und geboten erscheint, recht- 
zeitig den möglichsten Einfluss aufzuwenden, um der Gewöhnung an 
ungeeignete Lectüre entgegenzuarbeiten, 80 müssen bei unseren höheren 
Lehranstalten die Schülerbibliotheken bereits mit Sexta beginnen und stufen- 
mägsig die Klassen begleiten, „damit von da an, wo der Legetrieb zu 
erwachen pflegt, die Schule die Mittel begitze, den Knaben lesen zu lehren.“ 
„Ellendt.“ (Das letzte auch Guhrau.) Jauer meint, wenn gich die geistige 
Ausbildung der Sextaner und Quintaner vor Allem in der Schule unter steter 
Einwirkung des Lehrers selbst vollziehe, 80 bleibe für diese Altersstufe noch 
Zeit zur Lectüre übrig. Kattowitz betont den Gewinn, welchen der Schüler 
der unteren Klassgen aus einer angemessenen Lectüre für geine Sicherheit in 
der Orthographie davontrage. Beuthen glaubt, an den Orten mit sprachlich- 
gemischter Bevölkerung mache gich das Bedürfniss geltend, den Schülern 
einige ihrer Fassungskraft und geistigen Entwicklung angemessenen Bücher 
in die Hände zu geben, die ihnen eine Fülle deutscher Worte, Redensarten 
und Sprachwendungen auf die denkbar angenehmste Art übermittelten. 
Dies Bedürfniss dürfte wohl auch an manchen Orten mit sprachlich nicht 
gemischter Bevölkerung hervortreten und zwar besonders im den untersten 
Klassen derjenigen Angtalten, deren Schüler der Mehrzahl nach aus Familien 
Stammen, welche im Gebrauch der deutschen Sprache keineswegs als Muster 
dienen können. Indessen balte ich eine Beschränkung der Lectüre während 
des Sommergemegters für angezeigt. 
b) Soll die Benutzung obligatorisch gsein? - 
Ferner wird nun gefragt, ob die Benutzung der Bibliothek für alle 
Schüler der einzelnen Klassen obligatorisch Sein soll. Im Hinblick auf das 
über Nothwendigkeit und Zweck der Schülerbibliotheken Gesagte glaube ich 
diese Frage gegen Bunzlau, Wohlau u. a. mit Breslau Magd. G., Gleiwitz 
(obligatorische Lectüre für I und Id), Glogau k., Löwenberg, Neisse G. und 
R. Corr., Sprottau (andere Gutachten getzen obligatorische Benutzung still- 
Schweigend voraus) unbedingt bejahen zu müssen. Dieselbe Erwägung 
bestimmt mich auch, die von mehreren Seiten befürwortete Massregel, einen
	        

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