Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Zweckmägsigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken. 91 
Schüler zur Strafe für Zerfahrenheit, anhaltende Trägheit oder für ein 
bestimmtes Vergehen von der Benutzung der Bibliothek zeitweilig aus- 
zuschliessen, mit Reichenbach für eine sehr bedenkliche zu erachten. 
ce) Dürfen die Schüler frei auswählen? 
Einige Gutachten (Bregslau Fr. G., Bunzlau, Görlitz G. Retf., Liegnitz 
R. A., Schweidnitz) Sind der Meinung, dass den Schülern in der Auswahl 
der Bücher völlige Freiheit zu gestatten sei, andere (Glogau k., Görlitz R.) 
wollen die Schüler der oberen Klassen (Breslau Magd. G. auch die der mitt- 
.Jeren unter der Anleitung des Verwalters) frei wählen lassen; in den unteren 
(al8s0 wohl VI--I[II A) babe der Verwalter jedem Einzelnen das Buch zuzu- 
weigen. Dass bei der „Ausgabe“ der Bücher die Individualität des Schülers 
zu berücksichtigen 8e1i, wird von Görlitz G. Ref. (i. d. Conf.) und Leob- 
Schütz Corr. geradezu bestritten, von Görlitz G. Dir. (i. d. Conf.) Görlitz R., 
Hirschberg, Leobschütz Ref. mit aller Bestimmtheit gefordert, und Görlitz 
G. Dir. betont dem für alle Stufen gänzlich freie Wabl empfehlenden Ref. 
gegenüber, dass der Verwalter, besonders in den unteren und mittleren 
Klassen wohl in die Lage kommen könne, einem Schüler ein gewüngchtes 
Buch in einer milden Form verweigern zu müssen. Auch in den oberen 
Klassen wird es eine wegentliche Aufgabe des Verwalters gein, die Auswahl 
der Schüler in geschickter Weisge zu beeinflussen. Die Bedeutung dieges 
Einflusges wird wegentlich vom Takt des Lehrers und von dem Verhältniss 
abhangen, in welchem Lehrer und Schüler zu einander stehen. Ist dieges 
Verhältniss das richtige, 80 wird man von der Aufstellung eines Kanons, 
dessen Bücher von allen Schülern gelegen werden mügsen, absehen können; 
die Einwirkung des Lehrers wird es dahin bringen, dass die Schüler es als 
Ehrengache betrachten, eine Anzahl besonders empfohlener Werke gelesen 
zu haben. 
Es werde noch erwähnt, dass nach der Angicht von Neisse G., Oels, 
Patschkau, Gr. Strehlitz u. a. den Schülern auf's Strengste zu verbieten ist, 
die entliehenen Bücher ohne Vorwissen des Verwalters unter einander aus- 
zutauschen, damit übermässiges und planloges Legen vermieden werde. Nur 
bei unbedingtem Verbot des Austausches kann die von mehreren Referenten 
aufgestellte Forderung erfüllt werden, dass der Urheber der etwaigen Be- 
Schädigung eines Buches zur Verantwortung zu ziehen und zum wvchaden- 
ersatz anzuhalten gel. 
d) Controle. 
Dass eine Controle der Benutzung der Schülerbibliothek stattfinden 
mügsse, wird wohl von Keiner Seite bestritten; aber ebenso einstimmig wird 
gewüngscht, dass dieselbe nicht durch allzugrosse Strenge Unlust erzeuge.
	        

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