Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Zweckmägsigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken, 93 
dem billigen Preise Selbst grösgerer Werke das Bedürfniss weit geringer gei 
als früher, da ferner „es gich erfahrungsmägsig aus eigenen Büchern begger 
und freudiger studire“ (Neustadt; ähnlich Neisse G.), und da das Institut 
notorisch nicht gelten von leichtsinnigen Schülern missbraucht werde. Dabei 
wird hervorgehoben (auch von Schweidnitz), dass es weitaus vorzuziehen gsei, 
wirklich fleissigen und armen Schülern Schulbücher als Geschenke zu geben. 
Die Entscheidung über Dürftigkeit und Würdigkeit übertragen u. a. 
Neisse G. und Schweidnitz dem Director. Bibliothekar und Ordinarien, denen 
Patschkau gie überlassgen will, dürften wohl oft (man bedenke, dass die Bücher 
im Anfange des Schuljahres ausgeliehen werden) kein gicheres Urtheil in der 
fraglichen Beziehung haben. 
Die Kosten der Einrichtung und Unterhaltung der Bibliothek bat 
nach der Anzicht von Glogau k. der Patron der Anstalt zu tragen; Glogau 
eVv., Hirschberg u. a. wollen die Sammlung aus Vermächtnisgen und Ge- 
Schenken gebildet und unterhalten Sehen. Mit Recht hält es Patschkau für 
„einen argen Missbrauch, wenn für das Leihen von Schulbüchern Leihgelder 
erhoben werden“ (ähnlich Grünberg Ref.). 
Eine vortheilhafte Vermehrung des Bestandes wird erzielt werden, 
wenn man die Verlagshandlungen der eingeführten Schulbücher veranlagst, 
Freiexemplare zu liefern (Patschkau, Neisse G.). So wünschenswerth es auch 
iSt, dass abgehende Schüler Sich um die Sammlung durch Zuwendung von 
Schulbüchern verdient machen (Breslau Matth. G., Neisse G.), 80 muss doch 
vor der Aufnahme von Exemplaren, die in Bezug auf Sauberkeit zu wünschen 
übrig lassen, mit Glogau ev. ausdrücklich gewarnt werden. 
Wenn Neisse G. verlangt, dass muthwillige Beschädigungen von dem 
Schuldigen vergütigt werden und den Verlust der Wohlthat nach zich 
ziehen gollen, 80 scheint mir dies ebenso berechtigt wie die, auch von Löwen- 
berg auſfgestellte Forderung, dass der Ordinarins von Zeit zu Zeit gich von 
dem Zustand der den Schülern geliehenen Bücher überzeuge. 
Was das Verhältniss der Bibliotheca pauperum zu der Schülerlege- 
bibliothek betrifft, 80 befürworten Neisse G. und Leobschütz Corr. die Ver- 
einigung beider Sammlungen; Strehlen schlägt vor, die betreffenden Bücher 
den einzelnen Klassenbibliotheken zuzutheilen. Ich schliesse mich den Gut- 
achten von Bunzlau, Hirschberg, Jauer, Kattowitz, Leobschütz, Oels an, 
welche die gänzliche Trennung der beiden Sammlungen empfehlen; die 
bibliotheca pauperum hat in der That mit der Schülerbibliothek im engeren 
Sinne, wie Hirschberg bemerkt, nichts zu thun. Dass die Verwaltung der 
Director übernimmt, Scheint mir mit Bunzlau, Grünberg, Jauer u. a. , 
wünschenswerth; indesgen kann diesgelbe auch einem Lehrer übertragen 
werden; ob diesger Lehrer auch anderweitige bibliothekarische Obliegenheiten 
an der Anzstalt hat, kommt dabei nicht in Betracht. Der Katalog wird am
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.