Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Zweckmäsgigste Einrichtung und Verwaltung von Schulbibliotheken, --- Correferat, 95 
3 ugenderzählungen. 
Der Ref. bemerkt gegenüber der Angicht derer, die die Gattung der 
Erzählungen von Hoffmann, Nieritz u. a. ganz ausschliesgen wollen, dass 
„einzelne zweckentsprechende Erzählungen wohl nicht entbehrt werden 
können.“ Ich möchte meine Anzgicht bestimmter dahin fassgen, dass die in 
Rede stehende Lectüre für das empfängliche Knabenalter durchaus empfehlens- 
werth ist. Manches eigene Erfahrung s8pricht gewiss dafür, dass gerade die 
älteren Nieritz'Schen und ähnliche Erzählungen eimen zittlichen Eindruck 
zurücklassen. Ich kann gie daber nicht dem Zweck der Jugendlectüre für 
widersprechend halten. 
WisSSensSchaftliche Werke. 
Ich möchte als Zweck der Schülerbibliothek die Unterhaltung binstellen, 
d. h. die den geistigen Gegichtskreis erweiternde und aufklärende und die 
ethischen und ästhetischen Bildungszwecke der Schule unterstützende und 
ſördernde Unterhaltung. Dadurch kann zugleich am wirksamsten der Be- 
nutzung der Leihbibliotheken geitens der Schüler vorgebeugt werden. Jener 
Zweck bedingt die Auswabhl der Bücher und gchliesst eigentlich wisgenschaft- 
liche Werke aus. Die Erfahrung lehrt auch, dass golche Bücher gelten 
einem Schüler willkommen sind. Dies hat auch geine psychologische Richtig- 
keit. Wenn die Schüler neben ihren gchriftlichen häuslichen Arbeiten, Selbst 
wenn diegelben auf das nothwendigste Mass beschränkt werden, und neben 
Ihren Präparationen auf die Schriftsteller den wisgenschaftlichen Stoff ihrer 
Lehrbücher Sich aneignen, 80 haben gie nach dieger Richtung hin ihre 
Schuldigkeit gethan. Ihnen mit ausgesprochener Tendenz zumuthen zu 
wollen, in ihrer freien Zeit, die der Erholung und angemessgenen Unterhaltung 
gewidmet gein muss, noch wissengchaftliche, „den gegebenen Wissensstoff 
methodisch und systematisch behandelnde Bücher“ zu legen, ist nach meiner 
Meinung nicht zu rechtfertigen und kann leicht zur Ermüdung und zum 
Veberdruss führen. Im Einzelfalle ist einem Schüler der oberen Klassen die 
Lehrerbliothek zugänglich zu machen. 
Kanon anzuschaffender Bücher. 
In diesem Punkte stimme ich mit dem Ref. überein und möchte nur 
noch hinzufügen, dass die Idee, einen für alle Anstalten bindenden Kanon 
aufzustellen, auch praktisch unausführbar ist. Gewisse Bücher von anerkannter 
Geeignetheit und hervorragender Güte werden in keiner Schülerbibliothek 
fehlen und für eine neu anzulegende gewiss zuerst angeschafft werden. Aber 
da die Mittel in der Regel beschränkt sind, 80 würde häufig, namentlich bei 
Solchen Angtalten, deren Schülerbibliothek noch in den Anfängen liegt, der 
Fall eintreten, dass neu erschienene Bücher, mögen gie auch noch 80 wünschens-
	        

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