Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 20 
(Breglau M., Strehlen) oder als Folge der pecuniären Verbessgerung der Lehrer- 
Stellen (Fritsche) die Begeitigung des Lehrermangels und, da dieger 
bisher eine geordnete practische Vorbildung der Candidaten hinderte, die 
Möglichkeit, an der Fortbildung der candidati probandi fortan erfolgreicher 
arbeiten zu können, s0wie die Nothwendigkeit, an diege gelbst gröggere An- 
forderungen zu .machen. An die pecuniäre Verbesgerung der Lehrerzstellen 
möchte ich eime Hoffnung nicht knüpfen. In den Zeiten der dürftigsten 
Besoldung ist ein Ueberfluss an guten Lehrkräften in dem Masse gewegen, 
dass viele tüchtige Candidaten Jahre lang auf eine Anstellung warten 
mussten; die Aufbesgerung der Gehälter ist aber schon 80 alt, dass die 
ersten Spuren der erwarteten Aenderung bereits gichtbar sein könnten, und 
doch herrscht überall nur die Klage, dass die Zahl ungenügend vorbereiteter, 
wohl auch nicht hinlänglich befähigter Schulamtscandidaten zugleich mit 
dem Rennen und Jagen nach besser dotirten Stellen zunehme. Daher ist es 
nützlicher und nothwendiger, auf die Schäden hinzuweisgen, welche die ver- 
besserte pecuniäre Stellung, 80 erwünscht gie auch gein mochte, im Gefolge 
haben musggte. 
Von einer andern Seite (Ohlau) wird eingehend von der Misgachtung 
gesprochen, mit welcher das Publicum die Lehrer anzusehen gewohnt zei, 
und, da der Grund dieger Erscheinung in der Untüchtigkeit vieler Lehrer 
gefunden wird, eine bessere Vor- und Heranbildung der Lehrer gefordert. 
Es ist nun aber gewiss kein Grund, von einer golchen Misgachtung als von 
einer allgemeimen Erscheinung zu sprechen; anderergeits aber werden auch 
die trefflichsten Lehrer und die besten Anstalten gich nie und nirgends ganz 
vor der falschen Beurtheilung des grossen Publicums schützen können; in 
einem Fache, von dem Jeder Etwas zu verstehen glaubt, iet es unmöglich, 
Jemals alle Ansprüche zu befriedigen. 
Frühere Behandlung und Lösung der Frage. 
Die Frage nach der besten practischen Ausbildung der Schulamts- 
candidaten datirt von der Zeit an, in welcher sich die UVeberzeugung von 
der Nothwendigkeit einer besonderen Vorbildung überhaupt für den Lehrer- 
beruf zur Geltung zu bringen anfing. Indem ich in Betreff der früheren 
Lösgungsversuche auf die vorhandenen Darstellungen (z. B. die von Deiters 
in den Verhandlungen der Preuss. Dir.-Conf. 1877) verweise, hebe ich hier 
nur hervor, dass die Vorausgetzung, die noch vor 100 Jahren fast ohne alle, 
Anfechtung galt, wonach die wissenschaftliche Univergitätsbildung an und: 
für Sich für das practische Lehramt befähigte und berechtigte, im Laufe der | 
Zeit 80 Sehr allen Boden verloren hat, dass unter den 48 Gutachten, die
	        

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