Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

30 Fortbildung der candidati probandi und juvgen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 
mir vorliegen, nur noch eins mit voller Entschiedenheit an jenem Standpunkte 
festhält (Liegnitz R. A.). | 
Die Lösgungsverguche, welche in ungerer Zeit empfohlen werden, sollen 
weiter unten einzeln geprüft werden. 
BPBegränzung des "Themas. 
Man darf nur den Wortlaut des vorgelegten '"ſhemas mit der Fassung 
der Fragen vergleichen, die über dengelben Gegenstand früheren Directoren- 
conferenzen vorgelegt worden Sind, um zu erkennen, dass das Thema die 
an einer Schule zu vollziehende Fortbildung Solcher Schulamtscandidaten ins 
Auge gefasst haben will, welche die Univerzitätsbildung durch die Erlangung 
eines Zeugnisses (pro facultate docendi) abgeschlosgen haben. Auch gecheint 
das gewiss, dass die Fassung ungeres Themas die Nothwendigkeit einer - 
Fortbildung überhaupt als zugestanden annimmt. 
Es hätte desshalb auf diese Frage eben 80 wenig, wie auf die Vor- 
bildung, die dem künftigen Schulmann auf der Univergität zu Theil wird, 
eingegangen werden dürfen, wenn nicht zur Erörterung des ersten Punktes 
das Vorhandengein eines Gutachtens, welches mit Wärme den entgegen- 
gegetzten Standpunkt vertritt, genöthigt hätte, und wenn nicht an die Be- 
Sprechung der zweiten Frage sich bestimmte Forderungen anknüpften, ohne 
deren Erfüllung wir alle Versuche, die Hauptfrage zu lögen, im Voraus als 
gegeheitert betrachten müssen. Die Vorbildung, die die Univergität gewährt 
und bezeugt, soll auch hier nur in 80weit besprochen werden, als zur Klar- 
: stellung ungerer Forderung unerlägglich ist. 
Vorbildung des Candidaten. 
a) Bedingung dersSelben die rechte Begabung. 
Dass der Universität die Erfüllung ihrer Aufgabe nicht gelingen kann, 
wenn dem studirenden Jüngling die gittliche und intellectuelle Befähigung 
oder die besondere Neigung zum Lehrerberufe abgeht, ist 80 Selbstverständlich 
und einleuchtend, dass die Annahme schwer wird, der Fall, dass junge Leute 
ohne diese Erfordernisse Sich dem Lehrerberufe widmen, könne öfter vor- 
kommen. Und doch behaupten mehrere Gutachten, dass sich thatsächlich 
viele junge Leute unserem Berufe zuwenden, ohne dazu geeignet zu gein. 
Obwohl man annehmen Sollte, dass es den Directoren gelingen mügste, Solche 
Abiturienten von ihrer unglücklichen Wahl zu überzeugen und von der Aus- 
führung ihres Planes abzubringen, und dass bei dem immerhin noch vor- 
handenen 1idealistigchen Zuge unsgerer Gymnagien das Ergreifen eines Brot- 
Studiums zu den Seltensten Vorkommnissen gehören müsste, wird behauptet,
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.