Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

39 Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 
Lehrer geeigneter für Seine weitere Fortbildung machen. Zu diesem Zwecke 
wird eine Reihe von Vorschlägen gemacht, die in der Hauptsache darauf 
hinausgehen, dass unter den Univerzsitätslehrern mehr Solche Persönlichkeiten 
Sein Sollten, welche Lehrer an einer höheren Lehranstali gewesen sind 
(Gross-Glogau E.), dass die Vorträge der Professoren mehr die Bedürfnisse 
der Schule berücksichtigen gollten, damit insbesondere auch der Widerspruch 
zwischen den Anforderungen der Univergität und denen des Prüfungs- 
Reglements gehoben werde (Liegnitz G.), dass das Examen selbst manche 
Aenderungen erfahren mügse. 
e) Prüfung und Zeugniss. 
Namentlich sollten in die Prüfungscommigssion practische Schulmänner 
gezogen werden (Gross - Glogau E., Leobschütz); während die Einen das 
pädagogische Examen bis zu der von ihnen geforderten zweiten Prüfung 
verschoben wissen wollen (z. B. Oppeln), fordert Jauer, dass ein gröggserer 
Nachdruck auf den Ausfall der Prüfung in der Gegschichte der Päda- 
gogik gelegt werde und im Zeugniss zu vermerken sei, ob der Candidat 
Mitglied eines pädagogischen Seminars gewesen: die Pädagogik sei kein 
Gegenstand der allgemeinen Bildung, Sondern stehe der speciellen Fachbildung 
näher. Wenn im Gegengatz hiermit die fachwissenschaftliche Aufgabe der 
Univergität von einzelnen Stimmen in dem Grade betont wird, dass Sie 
jegliche Beschäftigung mit Didaktik und Pädagogik von ihr ausschliessen, 
80 gehen gie ganz gewiss zu weit. Der grösste Nachdruck aber fast von 
allen Seiten wird darauf gelegt, dass nicht Schulamtscandidaten mit einer 80 
ungenügenden Qualification, wie sie in der Regel durch ein Zeugniss dritten 
Grades bescheinigt wird, den höheren Lehranstalten zugewiegen werden. 
Oefter, als Sonst, 8agt Liegnitz G., finden gich Candidaten mit mittelmässiger 
oder wenig genügender Qualification; die Folge davon ist, sagt Reichenbach, 
dass der Candidat ein Fremdling, wenn nicht ein Miethling, ist und bleibt. 
Es ist unzweifelhaft, dass neben den Arbeiten einer Lehrerstelle, die allein 
chon oft genug Veranlassung zu Klagen über Ueberbürdung geben (Glatz), 
nicht minder aber auch neben der auf die practische Fortbildung gerichteten 
Thätigkeit des Candidaten, welcher Gegstalt dieselbe auch seim möge, eine 
energische, auf die Erreichung einer höheren Facultas hinzielende wissen- 
Schaftliche Beschäftigung kaum denkbar ist, zumal durch diege unter er- 
Schwerten Umständen das erreicht werden oll, was in den nur zu diesem 
Zwecke bestimmten Univergitätsjahren nicht erlangt worden ist. Denn mag 
Schwache Beanlagung oder Unlust zum Arbeiten der Grund der geringen Facultas 
Sein, eine hinreichende Hoffnung auf die Erreichung eines höheren Zieles erweckt 
ein ungenügendes Zeugniss nicht. Kommen aber golche Candidaten ins Amt, 
80 wird, wenn gie nachträglich ihre Berechtigung nicht zu erweitern ver-
	        

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