Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

34 Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 
Nothwendigkeit einer practischen Fortbildung 
der mit einem genügenden Zeugniss verschenen 
Candidaten. 
'a) bestritten, weil die wiSSenschaftliche Bildung allein genüge. 
Da der Univergität von der Mehrzabl der Gutachten mit Recht die 
Sorge für die practische Ausbildung der künftigen Lehrer abgenommen ist, 
80 treten wir nun an die Hauptfrage heran, ob nach dem Univergitätsstudium 
eine besondere practische Einführung in den Lehrerberuf nothwendig ist. 
Von den bejahenden Stimmen nicht minder, wie von den verneinenden ist 
zum. Theil von einem Vergleiche mit anderen Berufsarten ausgegangen worden, 
wobei es vorkommt, dass ein und diegelbe Thatsache, weil verschieden auf- 
gSefasst, pro und contra geltend gemacht wird. Da ich das Heranziehen 
Solcher Analogien für wenig fruchtbar erfunden habe, 80 gehe ich über gie 
hinweg und wende mich zunächst zu denen, welche eine practische Vor- 
bildung für den Lehrerberuf nicht für erforderlich haltev. Das Referat von 
Liegnitz R. A. drückt am Schärfsten die Ansgicht aus, dass angeborenes 
Talent vereinigt mit gründlicher wissenschaftlicher Bildung eine besondere 
practische Vorbildung durchaus überflüssig mache, ja Schädlich erscheinen 
lasse. Die beiden Referenten „stimmen der namentlich von Nägelsbach und 
Mützell mit Wärme vertretenen Ueberzeugung bei, dass die Aneignung einer 
möglichst tiefen und umfasgenden wissenschbaftlichen Bildung die eigentliche 
und beste Vorbereitung auch für den practischen Lehrerberuf, wissenschaft- 
liches Fortarbeiten und Weiterstreben auch die beste Förderung und Fort- 
bildung aller Lehrer in pädagogischer und didaktischer Hingicht geiz; Je 
energischer der Gymnagiallehrerstand an diegem idealen, wissenschaftlichen 
Streben festhalte, desto entbehrlicher, ja 80gar Schädlicher erscheine die Er- 
richtung besonderer Abrichtungsanstalten, welche etwa nach dem Muster der 
für den Bildungsstand der Elementarlehrer berechneten Schullehrerseminarien 
darauf hbinarbeiten, anstatt einer unendlicher Vervollkommnung fähigen Kunt 
bandwerksmäsgsige Routine zu überliefern, und dadurch den idealen Geist 
des Gymnasiums noch mehr herabdrücken würden, als es unter dem Ein- 
flusse des materialistischen Geistes unserer Zeit ohnehin schon gegschehbe: 
eine von aussen geregelte und überwachte systematische Vor- und Fort- 
bildung, wie bisher, Sei entbehrlich.“ Die Schärfe dieger Principien wird 
jedoch durch die hinzugefügten, von dem Collegium angenommenen Thesen 
über den Werth des Probejahres (These 3: Für die practische Ausbildung 
zum Lehrerberufe ist das Probejahr, welches erst nach absolvirter Prüfung 
pro facultate docendi beginnt, von besonderer Wichtigkeit) in hohem Grade 
abgeschwächt. Da nun auch der von einer anderen weite (Breslau EI.) ge- 
machte, auf. die Sätze docendo discimus und 73079 dwacx0pevog Y7pdaxu SiICh
	        

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