Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 37 
(Glogau K.). Daher kommt es, dass nicht gelten ältere Lehrer mit Wärme 
und Zähigkeit an Manieren festhalten, die sie gich in ihrer ersten, nicht ge- 
nügend . controlirten Lebrthätigkeit angeeignet und endlich liebgewonnen 
haben, obwohl gie längst von einer besgeren Methode überwunden gind. 
Veberdies würden die meisten jungen Lehrer, wenn gie gofort gelbstständig 
in eine Stelle einträten, in der Behandlung des Stoffes und der Schüler 
Schwankungen durchmachen, ihre erste Thätigkeit würde den Eindruck des 
Experimentirens machen. Wo giebt es aber Klaggen oder Pengen, die irgend 
welchen Verlust an Zeit und Kraft, der durch falsches Anfasgen und Experi- 
mentiren entsteht, vertragen können? Und was die Disgeiplin betrifft, Sind 
nicht viele bei ihrem ersten Auftreten in einer öffentlichen Schule von einer 
Solchen Befangenheit, dass sie die Peinlichkeit eines Solchen unvermittelten 
Anfanges noch lange nachher verspüren? (Glatz). Es kann einem jungen 
Lehrer selbst nur erwüngcht Sein, das Feld, in dem er zu arbeiten haben wird, 
erst eine Zeit lang ohne jene innere Unruhe, die die Meisten bei dem ersten 
Selbstständigen Amtiren ergreift, beobachten und unter Berücksichtigung der 
näher erkannten Verhältnisse Sich seine Thätigkeit zurecht legen zu können. 
Dass das bisher nur in den geltensten Fällen geschehen konnte, dass Lehrer 
und Schüler den Gefahren des nur mit Vorsicht aufzunehmenden Satzes, 
„wer schwimmen lernen will, muss ins Wasgger“, preisgegeben wurden, ist 
ein Nothstand (Breslau M.), der begeitigt werden muss durch eine Einrich- 
tung, in welcher der Candidat stufenmässig und systematisch durch Beob- 
achtung fremden Unterrichts zum Sgelbstständigen Unterricht geführt wird. 
In der Schule selbst muss daher die Einführung in die Praxis geschehen 
(Ohlau, Glatz u. v. a.). 
Vorschläge von Einrichtungen Behufs= 
Practüscher Fortbildung. 
a) Univergitäts - Seminare. 
Deshalb werden fast einstimmig golche pädagogische Univergitäts- 
Seminare verworfen --- einige Stimmen lehnen es ab, ein Urtheil zu fällen --, 
die, weil Sie Sich an keine Schule anlehnen, auch keine practische Vorbildung 
gewähren können; aber auch für den Fall, dass die Verbindung Sgolcher 
Institute mit Schulen nicht, wie behauptet wird, unausführbar (Glatz, Bunzlau) 
oder zu Kostspielig (Neisse R.) wäre, würden gie, weil nicht von practischen 
Schulmännern geleitet, geringen Nutzen versprechen und verfrüht gein. In- 
Sofern aber pädagogische Univergitäts-Seminare gich darauf beschränken, ge- 
wisse Capitel der Pädagogik und Didaktik durch mündliche und gehriftliche 
Erörterungen durchzuarbeiten, Kommen gie hier nicht in Betracht. Es können 
hier nur die Vorschläge behandelt werden, die an eine practische Schule
	        

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