Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

38 Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer 1. pädagogischer Beziehung. 
anknüpfen, nämlich akademisch - pädagogische Seminare nach Art des zu 
Göttingen bestehenden, Seminare mit Vebungsschulen nach Art der Elementar- 
Schullehrer - Seminare, Seminar - Gymnagien oder geminaristieche Gymnagien, 
Seminare einzelner ausgewählter Lebrer, pädagogische Seminare unter Leitung 
der Provinzial-Schulräthe: Einrichtungen, die sämmtlich ihre Spitze gegen 
das Probejahr kehren. 
Alle diese Gegenvorschläge sind aus dem Streben hervorgegangen, 
eine Einrichtung zu schaffen, in welcher der Candidat zugleich practisch und 
theoretisch fortgebildet werden könne, indem von der Befürchtung ausgegangen 
wurde, es könnten die höheren Lehranstalten ihrer Aufgabe nicht nach beiden 
Seiten zugleich in dem erforderlichen Masse genügen. Der erste der er- 
wähnten Vorschläge knüpft daher geradezu noch an die Univergität an; die 
übrigen Suchen ihr Ziel durch Auswabl und Vereinigung gsolcher begonders 
befähigter practischer Schu]lmänner zu erreichen, die ausger der practischen 
Ausbildung der Candidaten auch die theoretische leiten und gewährleisten 
können. 
b) AkademiSch-pädagogische Seminare nach dem Musgter von Göttingen. 
Der Vorschlag, akademisch-pädagogische Seminare nach dem Mugter 
des zu Göttingen bestehenden zu gründen, wird von dem Referenten von 
Oels gemacht, der diese Einrichtung aus eigener Erfahrung kennen gelernt 
und liebgewonnen hat und daher auch mit grosser Wärme empfiehlt. Der 
einjährige Cursus zerfällt in zwei halbjährige Abtheilungen, deren erste von 
einem Universitätsprofessor geleitet wird, während die zweite unter dem 
Gymnagialdirector steht. Im ersten Halbjahr hört der Candidat die Vorträge 
des Professors über Pädagogik, tritt aber zugleich auch in Verbindung mit 
der Schule, indem ihm gestattet ist, an dem Gymnagsium zu hospitiren; im 
zweiten Halbjahr ertheilen die Candidaten wöchentlich 6--8 Stunden Unter- 
richt, hospitiren bei älteren Lehrern und finden alle 14 Tage in Conferenzen 
unter Vorgitz des Directors Gelegenheit, die bei dem Hogspitiren gemachten 
Beobachtungen über Lehrweise, Disciplin, Pensum, Vertheilung der Zeit, 
Sowie über die äusgeren Formen des Unterrichts eingehend zu erörtern. 
Auch im zweiten Halbjahre wird der Besuch der Vorträge des Professors 
fortgesetzt und am Ende des ganzen Jahres eine von dem Director gestellte 
Aufgabe über eine oder mehrere Fragen aus dem wisgengschaftlichen oder 
practischen Theile der Pädagogik schriftlich bearbeitet. Nach diegem Jahre 
tritt der Candidat an einer höheren Lehranstalt ein, in welcher er zunächst 
genau nach den über die Probecandidaten bestehenden Forderungen ge- 
leitet wird. -- 
Es ist wohl auf den ersten Blick klar, dass nach diegem Vorschlag 
die Probezeit verdoppelt wird und zugleich die nothwendige Einheit ver-
	        

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