Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

40 Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 
wendet werden, unterliege keinem Bedenken. Nach dem Probejahr tritt 
der Candidat mit einem Zeugniss, das nach bisberiger Weise auszustellen 
iet, in eine volle Lehrerstelle an einer anderen Angtalt, deren Director allein 
über die an ihm wahrgenommenen erziehlichen Regultate an das Provinzial- 
Schulcollegium berichtet. Nach Ablauf dieges dritten Jahres wird er 
anstellungsfähig. -- Striegau endlich beschränkt sich darauf, dem Probejahr 
einen halbjährigen Cursus in einem vom Provinzial - Schulrath geleiteten 
pädagogischen Seminar, wie Sie zur Zeit bestehen, vorangehen zu lassen. - 
Diese Vorschläge werden übrigens von den Referenten gelbst zur Zeit kaum 
für ausführbar gehalten. 
d) Seminare mit VUebungsschulen. 
Eine zweite Reihe von Vorschlägen will geminaristische Institute in . 
Verbindung mit UVebungsschulen. Breglau R. h. G. denkt gich dieselben 
nach dem Mugter der KElementarlebhrer-Seminarien eingerichtet, Setzt einen 
Starken Andrang von Zöglingen zu den einzurichtenden gymnasialen Uebungs- 
klasgen voraus und will die in diegem Seminar verbrachte Zeit auf das 
Probejahr angerechnet wiegen. Es genügt gegen diesen Vorschlag das Be- 
denken, das der Referent gelbst hat, anzuführen; er betont nämlich, dass 
durch diege Einrichtung der Eintritt des Candidaten in einen vollen Organismus 
noch um ein Jahr verzögert werde. Gross-Glogau K. bezweifelt ausserdem 
mit Recht, dass das Schülermaterial für golche Versuchsklassen zu finden 
Sein werde; ein Vergleich mit den Instituten für Klementarlehrer ist weder 
in dieger Hingicht, noch in anderen Beziehungen, wie weiter unten erörtert 
werden goll, zutreffend. -- Wenn der Referent von Breslau M. in ähnlicher 
Weise Seminare mit Uebungsschulen von IV--VI unter tüchtigen Pädagogen 
trotz der erwachsgenden Unkosten einzurichten empfiehlt, 80 giebt er doch 
zugleich gelbst zu, dass diese Anstalten kaum je für alle Candidaten aus- 
reichen würden und deghalb für einen Theil dieger auf den bisherigen Wegen 
werde mügssen fortgegangen werden; auch dürfte die Voraussgetzung, die 
gerade ihn zu diesem Vorschlage geführt hat, nicht ganz zutreffend und 
zwingend gen; er geht nämlich von der Gefahr aus, dass die höheren Lehr- 
anstalten, indem gie durch die Ableistung des Probejahrs zu Versuchsstationen 
gemacht werden, die von ihnen den Eltern stillschweigend in Ausgicht ge- 
Stellte beste Erziehung ihrer Kinder diesen nicht mit Sicherheit werden 
gewähren können. Wenn auch diese Gefahr nicht in Abrede gestellt werden 
kann, 80 sind doch die in den Gutachten enthaltenen thatsächlichen Er- 
fahrungen über Misserfolge von Candidaten nicht in dem Grade beunruhigend, 
dass wir an eine neue, im Ganzen doch immer wieder unvollendete, daher 
unvollkommene Einrichtung gehen mügsten, anstatt den Versuch zu machen, 
wie wir die möglichen Gefahren des Probejahrs durch geeignete Massnahmen
	        

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