Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung, 41 
fernhalten Können. Es darf wohl angenommen werden, dass die meisten 
Gutachten, indem sie andere Vorschläge machen, stillschweigend diegen ver- 
werfen; einige erklären sich aber geradezu aus den Schon vorgetragenen 
Gründen gegen die Eimrichtung von besonderen Uebungsschulen, namentlich 
Glatz, Görlitz R., Gross-Glogau K. 
e) Volle Anstalten mit SeminaristiSchen Einrichtungen. 
Eine dritte Gruppe von Gutachten will mit vollen Gymnagien resp. 
Realschulen geminaristische Einrichtungen verbinden. Hier begegnet uns 
zunächst der Vorschlag, Solche Anstalten einzurichten, welche geit langer 
Zeit Erler (mit eben 80 grosser Wärme als Erfolglosigkeit) empfohlen hat. 
Der Correferent von Breslau Joh. und die Gutachten von Landeghut und 
Oppeln halten die Errichtung von Solchen Seminardoppelanstalten (mit allen 
Klassen eines Gymnagiums und einer Realschule) für nothwendig; der erstere 
wüngcht, dass sie Sich in starkbevölkerten Univergitätsstädten befänden, weil 
dort die Gründung neuer Anstalten rascher nothwendig wird, gscheint also 
nicht vorauszugetzen, dass eine Schon bestehende Anstalt in die neue Form 
gebracht werden könne. Wenn an eine 80 geringe Zahl golcher Anstalten 
gedacht wird, 80 ist ersichtlich, dass Sie dem Bedürfniss auch nicht im Ent- 
ferntesten genügen würden. Erler gelbst hält (N. J. 1876 S. 553) 23 Seminar- 
gymnagien und 10 Seminarrealschulen in Preussgen für nöthig. Directoren 
und Lehrer dieser Angtalten gollen die vortrefflichsten Kräfte Sein; woher 
nun gerade diejenigen, welche im Grunde doch aus Misstrauen gegen das 
Lehrerpersonal der bestehenden Anstalten (wie denn Landeshut geradezu 
Sagt, das beste Probejahr sei ohne Garantie) mit dem gegetzlichen Probejahr 
Sich nicht begnügen lassen wollen, eine 80 grosse Anzahl untadeliger Lehrer 
herbeiziehen wollen, ist eine unbeantwortete Frage. Aber die Einrichtung 
Solcher Anstalten nach dem gsorgsam ausgearbeiteten Plane von Erler zeigt 
noch erhebliche andere Bedenken. LEinergeits liegt, da die Anzahl der Can- 
didaten die der Lehrer übersteigt, thatsächlich der grögsere Theil des ge- 
Sammten Unterrichts auf den Schultern der noch unerfahrenen und von Jahr 
zu Jahr wechselnden Candidaten, anderergeits wird die Gefahr, die hierin liegt, 
nicht etwa durch eine umfangreichere Controle Seitens der angestellten Ober- 
lehrer gemindert; wenn ich meine Erfahrung mit dem von Erler aufgestellten 
Plane vergleiche, 80 finde ich, dass einem Probecandidaten von Seiten der 
Directoren und der Lehrer ungerer höheren Lehranstalten mehr Sorgfalt 
zugewandt werden kann und auch in der Regel zugewandt wird, als das 
an jenen Seminaren überhaupt thunlich ist. Daher ist es überflüssig, mit 
Brieg und Gross-Strehlitz dieselben als unausführbar wegen der dazu erforder- 
lichen und nicht zu beschaffenden Mittel zu betrachten, Sondern sie Sind mit 
Grogss-Strehlitz, Ratibor, Grünberg, Sprottau zu verwerfen, weil gie ihren
	        

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