Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer n. pädagogischer Beziehmng. 43 
f) Seminare einzelner Lehrer. 
Noch misglicher erscheint der Vorschlag (Glatz, Görlitz R., diege 
indess auch für's Probejahr), einzelnen hervorragenden Lehrern eine gröggere 
Anzahl von Candidaten Behufs ihrer Weiterbildung zu überweisen. Der 
Verguch ist in Berlin gemacht worden, er ist dort gelungen. Dass er bisher 
nicht weiter ausgedehnt worden, ist keine Sache des Zufalls. Zunächst Sind 
Solche Lehrer, die zugleich an mehreren Candidaten die Aufgabe der prac- 
tischen Fortbildung zu lögen Kraft und Zeit haben, ohne Zweifel ehr gelten. 
Namentlich dürfte es wenigen gelingen, bei gelbstständiger Lösung dieger 
Aufgabe und dem mit ihr nothwendig verbundenen Eingreifen in den Orga- 
nigmus einer Anstalt Colligionen mit der Gesammtleitung zu vermeiden. 
Daber hält Gross-Streblitz den Vorschlag bei aller Anerkennung für unaus- 
führbar. Sodann beschränkt gich thatsächlich der Versuch, der gemacht und 
geglückt ist, auf zwei Fächer, die Sich noch am Leichtesten aus dem Orga- 
nismus einer Angtalt herauslögen lasgen, nämlich auf die neueren Sprachen 
und auf die mathematischen Disciplinen. Der dritte Verguch, der M. Seyffert's 
mit Philologen, ist bald wieder aufgegeben worden. 
3) Pädagogische Seminare unter Leitung der Provinzial-Schulräthe. 
Allen diesen Versuchen gegenüber wird von gehr vielen Seiten für 
die beste, Sicherste (Bunzlau, Glatz etc.) LögSung der Frage die Einrichtung 
derjenigen Seminare gehalten, welche unter der Leitung der Provinzial- 
Schulräthe Einführung in Theorie und Praxis zu verbinden guchen und 
einigen Gutachten zufolge auch thatsächlich dieses Ziel in dem Masge 
erreichen, dass die auf Solchen Seminarien gebildeten Jungen Lehrer merklich 
von den übrigen abstechen. Während der eine Theil dieser Gutachten die 
Einrichtung und Vermehrung golcher Seminare nur als wüngschenswerth 
bezeichnet, fordert der andere Theil, dass die Theilnahme an diesen An- 
Stalten obligatorisch sei (Leobschütz) und zwar , Jahr (Striegau), 1 oder 
1/, Jahr (Guhrau). Die meisten würden den Beguch golcher pädadogischen 
Seminare als vollständigen Ergatz des Probejahrs betrachten, andere möchten 
aber auf dieses auch unter der Vorausgetzung Jener Vorübung nicht ver- 
zichten (Striegau, Leobschütz, Gross-Glogau E.). Der zum Theil über- 
Schwänglichen Anerkennung gegenüber fehlt es nicht an Bedenken, die 
freilich weniger die innere Einrichtung als die äusseren Bedingungen betreffen. 
Was zunächst das den aus diesen Seminarien hervorgegangenen Candidaten 
im Vergleich zu den übrigen gespendete Lob betrifft, 80 ist dieses ganz 
gewiss begründet; es ist aber bei dessen Abwägung der Umstand mit in 
Berechnung zu ziehen, dass in die pädagogischen Seminare wohl nur tüchtige 
Kräfte, d. h. golche, die ein gutes und ausreichendes wisgenschaftliches Zeug- 
niss Sich erworben haben, aufgenommen werden, während von den übrigen
	        

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