Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

44 Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 
Candidaten diejenigen, welche thatsächlich das Probejahr in der gegetzlichen 
Weise durchmachen, gewiss zum grössten Theil ein solches Zeugniss mit- 
bringen, das sie nöthigt, ihre Kraft zwischen der Aufgabe des Probejahrs 
und der Vorbereitung auf ein weiteres wisgenschaftliches Examen zu zer- 
Splittern. Was aber die Leitung der pädagogischen Seminare anbelangt, 80 
wird in ihr von mehreren Seiten das bedenklich gefunden, dass sie eine 
doppelte sei (Strehlen, Breslau M., Patschkau); Glatz rechnet 80gar eine 
zuweilen dreifache Leitung heraus, hält diese aber für weniger illugorisch, 
als die einheitliche Leitung derjenigen Candidaten, die sofort als Hilfslehrer 
eintreten. Dasselbe Gutachten in Uebereinstimmung mit den meisten, die 
Sich hierüber äusgern, hält die Zahl der Seminare dieger Art für nicht aus- 
reichend, will Sie daher in 80 weit vermehrt wissen, dass an Jedem Vitze 
eines Provinzial-Schulcolleginms ein pädagogisches Seminar zu finden Sei, 
meint aber, dass auch nach Verwirklichung dieses Wunsches die Einrichtung 
nicht für alle Candidaten ausreichen werde. Dies mit Recht. Die den 
Provinzial-Schulcollegien übertragene Mehrarbeit könnte wohl durch An- 
Stellung neuer Räthe bewältigt werden, aber die höheren Lehranstalten der 
betreffenden Städte reichen nicht aus, wenn nicht jeder eine 80 grosse Anzahl 
von Candidaten zugewiesen werden Soll, die den Nutzen der ganzen Ein- 
richtung nach ungeren früheren Erörterungen unmöglich machen würde. 
Daher ist auch dem Vorschlage von Strehlen, die Institution durch einen 
engeren Anschluss an die Schule förderlicher zu machen, keine gröggere 
Bedeutung zuzumegssen. 
„. h) Probejahr. 
Wenn zugegeben wird, dass diese Art von Seminarien nie die zu 
lögende Aufgabe nacb ihrem äusseren Umfange bewältigen wird, 80 muss 
unter voller Anerkennung ihrer Wirksamkeit und neben der Forderung, dass 
Ihre Anzahl 80 weit als möglich vermehrt werden möge, mit der Mehrzahl 
der Gutachten doch immer wieder auf das Probejahr zurückgegangen werden. 
Die Mehrbeit dieser Stimmen getzt sich aus drei Richtungen zusammen, von 
denen die eine unbedingt das Probejahr allen übrigen Einrichtungen vorzieht, 
die andere dasselbe unter der Vorausgetzung zwekmägsiger Aenderungen der 
bestehenden Vorgchriften als die für die Mehrzahl der Candidaten allein 
mögliche, aber auch nothwendige Institution erklärt, während die dritte 
Gruppe nur, weil der Wungsch nach alleiniger Ausbildung durch Seminare 
unausführbar ist, mit etwas schwerem Herzen sich zum Probejahr bequemt. 
Bedenken und Hindernisse. 
Für eine unbefangene Würdigung des Probejahrs ist zunächst unerlägs- 
lich, die gegen dasselbe ausgesprochenen Bedenken und die Hindernisse, die
	        

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