Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogisecher Beziehung, 49 
Es giebt eben nicht blos eine einzige Methode, mit deren getreuer 
Erlernung der Lehrer für alle Fälle gattelfest wäre, Sondern in demgelben 
Stoffe Sind nach Unterschieden der Lehrenden und Lernenden vergschiedene 
Methoden möglich, und jeder neue Stoff und jede neue Klasse fordert ihre 
Modifikationen. 
Der junge Lehrer kann und goll im Probejahr nur an wenigen Pengen 
und in wenigen Klassen angeleitet und erprobt werden, nach Ablauf der 
Probezeit soll er gelbständig auch in anderen Stoffen, auf anderen Stufen 
unterrichten können. In der aus diesen Gründen für geine Entwicklung ge- 
forderten Freibeit liegt zugleich die Wahrung der Würde des akademisch 
gebildeten Lehrers, der Gegengatz zwischen ihm und dem Elementarlehrer. 
Elementar-Methode abzuweisen. 
Sobald dem Candidaten eine Methode oktroyirt wird, ist gie für ihn 
keine Methode mehr (denn das Wort bedingt Selbstentscheidung), Sondern 
Manier. Solche Manier kann und gsoll angeeignet werden in den Elementar- 
Schullehrer-Seminarien; die in diesen zu erziehenden Candidaten sind durch- 
Schnittlich 5 Jahre jünger als die unsrigen und haben nicht den Vortheil 
einer methodisch betriebenen Wisgenschaft aufzuweisen, der befähigt und 
berechtigt auch zu einer andergartigen Erziehung im Lehrerberufe; die 
Lehrstoffe der Elementarschulen aber sind viel einfacher, durchgichtiger, 
gleichbleibender, und ihre Schüler bieten der pädagogischen Behandlung 
nicht die Schwierigkeiten, wie ungere Schüler, die ein Alter von 9--20 
Jahren haben. In Elementarlehrer-Seminarien können daber alle Fächer, 
alle Stufen zur technischen Einübung gebracht und in ihr eine staunens- 
werthe Routine erlangt werden; die Vorbildung der Candidaten des höheren 
Schulamts wird nie das Gleiche leisten können, aber auch nicht wollen. Bei 
aller Anerkennung der Sicherheit der Elementarlehrer (Breslau M.), welche 
einige veranlasst, den Candidaten den Beguch der Lectionen derselben zu 
empfehlen (Breslau EL, Königshütte), und wenn wir auch den Vorwurf des 
Hochmuthes entschieden ablehnen müsgen, erscheint die Bemerkung (Gross- 
Glogau K.) durchaus berechtigt, dass nichts unzutreffender ist, als beide 
Kategorien in Parallele zu stellen; die Elementar-Seminarmethode ist für 
ungeren Beruf nicht anwendbar (Striegau, Liegnitz R.-A.) (Fritsche). 
WisSengchaftliche Weiterbildung. 
Bei der idealen Richtung, die unsere höheren Lehranstalten und Uni- 
versitäten charakterisirt, wäre es überflüssig, zu bemerken, dass die gleich- 
zeitige fachwisgenschaftliche Fortbildung der Candidaten eine nothwendige 
Ergänzung und Grundlage ihrer Bestrebungen auf pädagogisch-didaktischem 
Gebiete ist. Auf Grund der Befürchtung aber, dass, wenn noch weiterhin 
Schleien, 4.
	        

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