Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 51 
Stalten fast unmöglich sei, Sprottau), und Kattowitz schlägt daher ausdrücklich 
Angstalten in Provinzialstädten vor. Begründet wird dieger Vorzug vornehmlich 
durch die an kleineren Anstalten leichter zu gewinnende Uebergicht und 
durch. die leichtere Handhabung der Disciplin in kleineren Klasgen: in Er- 
wägung muss auch gezogen werden, dass die Arbeitskraft der Directoren 
grösgerer Angtalten ohnehin stärker in Anspruch genommen wird. 
Da die meisten Berichte das Probejahr unter der Voraussetzung an- 
nehmen, dass es an ein und dergelben Anstalt abgeleistet wird, damit der 
Candidat den Unterricht in einem ganzen Jahrescursus begleite und alle 
Bewegungen des Schullebens, welche ein Schuljahr mit einem Anfange und 
Schluss, mit einen Festfeiern, mit Seinen Verhandlungen in den Conferenzen 
mit sich bringt, als Ausflüsse eines belebenden und treibenden Geistes kennen 
und gchätzen lerne, 80 ist es natürlich, dass einige Berichte ausdrücklich 
verlangen, dass Anstalten gewählt werden, die jährige Kurge (nicht halb- 
Jährige) haben (Kattowitz), und dass die Candidaten mit Beginn des Schul- 
Jahres eintreten. (Kattowitz, Gr.-Strehlitz, Striegau). 
Dass auch das Fach des Candidaten auf die Wahl der Angtalt einen 
Einfluss haben kann, ist unzweifelhaft. Diejenigen, die gich über diegen 
Punkt äusgern, halten es für gelbstverständlich, dass Philologen dem Gym- 
nasium, Lehrer für neuere Sprachen und Naturwissenschaftler vorwiegend 
der Realschule überwiesen werden (Breslau Matth., Bunzlau, Glatz, Schweid- 
nitz). Freilich verspricht Sich das zuletzt citirte Gutachten auch Erfolg 
davon, wenn angehende Gymnagiallehrer (in der auf zwei Jahre berechneten 
Probezeit) einmal 2-3 Monate lang an einer Realschule hospitiren und um- 
gekehrt Realschullehrer am Gymnasium, ein Vorschlag, der später besondere 
Zurückweisung erfahren wird. 
Endlich geht ein Gutachten (Striegau) auch noch auf die Confesgion 
ein und meint, dass wegen des simultanen Charakters vieler Anstalten und 
in Rücksicht auf die Juden bei der Wahl der Anstalt eine Beschränkung 
nach der Confession nicht mehr zeitgemäss sei. Die Frage der Konfesgio- 
nalität der Schulen ist eine zu wichtige, als dass sie hier nebenbei erledigt 
werden könnte; daher goll hier nicht näher auf gie eingegangen, sondern nur 
die Annahme ausgesprochen werden, dass die Behörden nach wie vor Schulen 
mit confesslonellem Charakter nur Candidaten ihrer Confession, den gimul- 
tanen aber und confessionslosen Anstalten Candidaten ohne Rückgicht auf 
ihre Confesgion zuweisen werden. 
Was nun endlich die Berechtigung der Progymnagien und höheren 
Bürgerschulen zur Ausbildung von Probe-Candidaten anbetrifft, 80 Scheinen 
die meisten Gutachten bei der Behandlung der vorliegenden Frage nur an 
Gymnasien und Realschulen gedacht zu haben; nur vereinzelt erscheint die 
ausdrückliche Forderung, dass nur Gymnagien und Realschulen die Fort- 
| "
	        

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