Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

52 Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogigcher Beziehung, 
bildung der jungen Lehrer übernehmen gollen. Indesgen ist von drei der 
vier Schlesischen höheren Bürgerschulen (das einzige Progymnagium Schlegiens 
3n Frankenstein ist im Entstebhen begriffen), nämlich von Freiburg, Löwen- 
berg, Striegau ausdrücklich die Gleichstellung als ein gutes Recht für gie in 
Anspruch genommen worden. Diese Schulen geien recht wohl geeignet zur 
Lösgung ungserer gemeinsamen Aufgabe (Striegau), Seien 80gar, da gie that- 
gSächlich nie an Ueberfüllung leiden (Löwenberg) und in der Regel mehr 
collegialischen Sinn pflegten (Striegau), vorzuziehen, hätten auch bisher das 
Recht Schon ausgeübt, wenigstens insofern, als Sie zahlreichen Candidaten, 
die Sofort volle Lehrerstellen übernehmen musgsten, über die Schwierigkeiten 
des ersten Anfanges hinweggeholfen hätten und diese dann als tüchtige 
Lehrer hätten an die bevorzugten Schwesteranstalten abgeben müsgsgen (Striegau). 
Wir können den Werth dieser Gründe unerörtert lassen. Die Macht der 
- Verhältnisse ist zwingend. Nachdem thatsächlich die betreffenden Schulen 
dergelben Verwaltung wie Gymnagien und Realschulen zugewiesen g8ind, 80 
dass ihre Leiter auch die vorliegende Frage als eine alle gemeinsam berührende 
mitberathen, und da ihnen bisher ohne Bedenken das viel schwierigere Ge- 
Schäft der Fortbildung von golchen Candidaten, die gleichzeitig als Hifslehrer 
fungiren, ist überlasgen worden, 80 dürften gie auch für die Folge nicht 
principiell von der Aufgabe der Ausbildung von Schulamts-Candidaten, die 
nicht minder eine Schwere Pflicht, wie ein Recht der Schulen ist, ausgeschlosgen 
werden. Nur den Vorbehalt möchte ich machen, dass Candidaten mit der 
Lehrbefähigung für Prima, namentlich Philologen, deren Wungch in der Regel 
iSt und gein wird, an vollständigen Gymnagien thätig zu gein, nicht wider 
ihren Willen höheren Bürgerschulen zugewiesen werden. Hiermit berühren 
wir die Frage, inwieweit überhaupt die eigene Entscheidung des Candidaten 
bei der Wahl der Anstalt in Betracht kommen dürfe. Die Berichte getzen 
ausdrücklich oder stillschweigend voraus, dass diese für die Schulen wie für 
die Candidaten gleich wichtige Sache ein Gegenstand sorgfältigster Erwägung 
der Schulaufsichtsbehörde gein. mügse, dass, wenn gleich die Nichtremunerirung 
der Candidaten im Probejahr eine Rücksicht auf deren eigene Wüngche, wie 
gie ihnen bisher thatsächlich zu Theil geworden ist, als billig und gerecht- 
fertigt erscheinen lässt (Bunzlau, Leobschütz), die letzte Entscheidung doch 
der Behörde verbleiben muss. Wenn dagegen das Gutachten von Striegau 
meint, Solches Recht könne der Behörde unmöglich eingeräumt werden, da 
der Staat eine Verpflichtung nicht anerkenne, einen Schulamts-Candidaten 
nach erfolgter Absolvirung des Probejahres anzustellen, es müsse vielmehr 
den Candidaten, wie es auch das Reglement vorschreibe, die Wahl der An- 
Stalt freistehen, 80 ist nach den oben gegebenen Ausführungen die Begründung 
der Forderung nicht ausreichend und die Bezugnahme auf das Reglement 
eine irrige, da dasselbe dem Provinzial-Schulcollegium die Entscheidung in
	        

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