Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

54 Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogigcher Beziehung. 
Forderung überein, dass der Candidat nur in den Grenzen geiner facultas 
und wenn möglich in einem Hauptfache beschäftigt werde. Diese Forderung 
erscheint durchaus gerechtfertigt, wenn erwogen wird, dass auch der definitiv 
angestellte Lehrer nicht über seine facultas hinaus begschäftigt werden goll 
und dass es Sich empfiehlt, den Candidaten in dem Fache zu üben, in dem 
er vorausgichtlich in Zukunft Seine hauptsächlichste Verwendung finden wird. 
Wenn einzelne Gutachten von dem Princip einer möglichst concentrirten Be- 
Schäftigung des Candidaten ausgehen und im Interesse dergelben ein rigoroges 
Vesthalten an der eben festgestellten Forderung aufzugeben empfehlen (Gross- 
Glogau K.), 80 scheinen auch zie, gerade durch Statuirung der Ausnahme, 
der Regel beizustimmen. Und auch Liegnitz G. ist wohl nur in diegem 
Sinne aufzufassen, wenn es ausspricht, dass es weder gut noch möglich gei, 
dass der Director bei der Auswahl der Lectionen gich absolut an das Prüfungs- 
zeugniss binde. Einige Gutachten gehen hierbei 80 weit in's Einzelne, dass gie 
Specielle Vorschläge über die Beschäftigung der Mathematiker, Philologen u. s. w. 
machen. Im Interesse ungerer Aufgabe kann es genügen, das Princip fest- 
gestellt zu haben und die Ausführung den einzelnen Anstalten zu überlasgen. 
Linige Anstalten heben noch ausdrücklich hervor, dass dem Candidaten 
nicht eine zu schwere Leistung zugemuthet werden soll. Diese Mahnung 
Scheint mir besonders beachtenswerth hingichtlich der Correcturen. Wenn 
Breslau M. im Allgemeinen verlangt, dass wenigstens eins der dem Candidaten 
zu übertragenden Fächer mit einer Correctur verbunden Sein goll, 80 möchte 
ich nur mit der Bedingung beistimmen, dass dies erst im zweiten Semegter 
des ProbeJahrs geschehe. Wenn aber das Gutachten von Oppeln meint, 
dass der Candidat schon im ersten Quartal für eine Correctur in Anspruch 
genommen werden kann, während er nach demselben Gutachten in dieger 
Zeit zum Unterrichten selbst noch nicht gelangt, 80 Scheint damit etwas ganz 
Unmögliches gefordert zu werden. 
Wahl der Klasse. 
Die nächste Frage betrifft die Klasse, in welcher der Candidat be- 
Schäftigt werden soll. Diejenigen Gutachten, die von dem Princip der Con- 
centration ausgehen, verlangen, dass der Candidat nur in wenigen Klasgen 
zugleich beschäftigt werde; dass das nur in einer, höchstens 2 Klagsgen ge- 
Schebe, fordern u. a. Ratibor und Schweidnitz. Dass hierbei noch beachtet 
werde, den Candidaten nicht in überfüllten Klassen (Bunzlau) oder in golchen, 
deren Zucht manches zu wünschen übrig lässt (Löwenberg), unterrichten zu 
lassen, ist eine berechtigte Mahnung. Hingichtlich der einzelnen Gymnagial- 
und Realschulklasgen findet gich ein fast allgemein ausgesprochenes Bedenken 
gegen Begehäftigung in denjenigen Klasgen, in denen der betreffende Lehr- 
gegenstand überhaupt erst begonnen wird; (Kattowitz, Schweidnitz, Freiburg, 
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