Full text: Verhandlungen der ... Direktoren-Versammlung in der Provinz Schlesien - 5=4.1879 (5)

Fortbildung der candidati probandi und jungen Lehrer in didaktischer u. pädagogischer Beziehung. 57 
daten stellen, 80 erscheimt es gewiss empfehlenswerth, mit der Majorität 
Mass zu halten und bei einer Forderung von 6--10 Stunden gtehen zu 
bleiben. 
Für das zweite Semester empfiehlt eine Gruppe von Gutachten eine 
Steigerung der Stundenzahl (u. a. Grünberg, Freiburg, Gross-Glogau K.); 
eine Solche möchte Sich aber nur dann befürworten lassen, wenn nicht chon 
durch einen Wechsel des Unterrichts und Hinzufügen einer Correctur eine 
erhebliche Vermehrung der Arbeitslast des Candidaten herbeigeführt wird. 
Wahl des Fachlehrers,. 
Je mehr Werth von den Berichten auf die Mitwirkung des Fach. 
lehrers gelegt wird, desgen Unterricht in dem oben erörterten Sinne ein 
Muster für den Candidaten gein Soll, desto mehr Vorgicht und Sorgfalt 
empfehlen sie bei der Auswahl desselben; freilich darf man die Forderungen 
an einen Lehrer, der den Candidaten führen gsoll, nicht überspannen; nur 
im diegem Sinne ist dem Gutachten von Striegau zuzustimmen, wenn es 
Sich gegen Zuweisung der Candidaten an 80ogenannte Musterlehrer ausspricht ; 
„deren Eingeitigkeiten würden zum Schaden des Ganzen auf die Candidaten 
übertragen werden“; „fast jede höhere Schule gei im Stande, einen leidlich 
beanlagten Candidaten auszubilden.“ 
Von der Facultas des Candidaten und der jedesmaligen Begetzung der 
Sämmtlichen Lehrerstellen einer Anstalt wird es abhängen, ob die von einigen 
Berichten aufgestellte Forderung, den Candidaten nur einem Fachlehrer zu 
überweisen, erfüllt werden kann. 
Dass als Vorbild und Instructor für den Candidaten nicht ein Anfänger 
gewählt werden darf, ist selbstverständlich. Ob aber im Uebrigen älteren 
Lehrern, wie Breslau Job., Woblau, Gross-Glogau K. wollen, oder jüngeren 
(wie Königshütte empfiehlt, damit zwischen dem Instructor und dem Can- 
didaten ein freundschaftliches Verhältniss sich leichter entwickeln könne) 
der Vorzug zu geben sei, lägst Sich kaum für alle Fälle entscheiden. Die Haupt- 
Sache wird immer die gein, dass ein Solcher Lehrer gewählt werde, der nicht 
blos Einsicht und Erfahrung im Unterrichts- und Erziehungswegen, Sondern 
auch die Gabe und die Neigung begitzt, dem Candidaten von geinem 
Erfahrungsschatze gern und reichlich und in angemesgener, wohlwollender 
Form mitzutheilen, in ihm die Lust und Liebe zu geinem Berufe zu ver- 
mehren, auf seine Meinungen, auch wenn zie auf Irrthum beruhen, freundlich 
einzugehen und gerade von ihnen aus den Weg zum Bichtigen mit ihm 
gemeinsam zu Suchen und zu gehen. --- Der von einigen Gutachten gemachte 
Vorschlag, zwischen dem Director und den Fachlehrern noch die Ver- 
mittelung eines Tutors eintreten zu lasgen, wird wegen seiner Complicirtheit 
nicht angenommen werden können. -- |
	        

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